Kommende Vorträge

Hier ist die Liste mit den kommenden Vorträgen, zusätzlich mit Inhaltsangaben für die Vorträge, die in den nächsten 4 Wochen stattfinden werden. Hier informieren wir auch, wenn es z.B. wegen einer Erkrankung eines Dozenten / einer Dozentin zu einer Programmänderung kommt.

Die Vorträge starten um 14.10 Uhr und dauern bis 15.15 Uhr. Die Teilnahme ist gegen Vorweisen des Mitgliederausweises ohne Voranmeldung kostenfrei möglich. Nichtmitglieder im Alter 60 plus können am Infodesk vor dem Hörsaal einen Einzeleintritt für CHF 10.– beziehen. Falls nicht alle Personen im Hörsaal Platz haben, erfolgt wenn möglich eine Direktübertragung in einen anderen Hörsaal.

Hörsaal Alhambra (Vorträge am Mittwoch): Ehemaliges Kino Alhambra (Maulbeerstrasse 3, 3011 Bern). Vom Hirschengraben aus an der Maulbeerstrasse auf der linken Seite barrierefrei erreichbar.

Aula HG (Vorträge am Freitag): Hauptgebäude der Universität (Hochschulstrasse 4, 3012 Bern) im 2. Stock (Lift beim Seiteneingang auf der hinteren Seite des Hauptgebäudes).

Freitag, 15. Mai 2026, 14.10 h, Aula HG

Gelingendes Altern durch Sport

Prof. em. Dr. Achim Conzelmann, Institut für Sportwissenschaft (ISPW), Universität Bern

Der zunehmende Anteil älterer Menschen, aber auch ein breiteres Verständnis von Sport sowie ein neues Bild vom älteren Menschen haben das Interesse an der Thematik Sport im Alter in den letzten Jahrzehnten stark anwachsen lassen. Während früher von sportlichen Aktivitäten eher abgeraten wurde, findet man heute allerorts Empfehlungen für ein bewegungs- und sportaktives Leben im Alter. Dementsprechend treiben immer mehr ältere Menschen informell oder organisiert Sport.

Doch welchen Gewinn darf der ältere Mensch von regelmässigen Bewegungs- und Sportaktivitäten erwarten? Lohnt es sich überhaupt, im Alter noch sportlich aktiv zu sein? Kann Sport zu einem gelingenden Altern beitragen?

Das Referat behandelt diese Fragen aus einer (allgemeinen) entwicklungswissenschaftlichen Perspektive und schliesst mit einer Betrachtung zum differentiellen Altern, also mit der Frage der Individualität, der Verschiedenartigkeit von Alternsprozessen und damit auch der Unterschiedlichkeit von Sportempfehlungen für ältere Menschen.

Freitag, 22. Mai 2026, 14.10 h, Aula HG

Gesundheitsüberwachung von Wildtieren in der Schweiz

Dr. Mirjam Pewsner und Dr. Simone Pisano, Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit, Vetsuisse, Universität Bern

Sind Wildtiere Naturschätze, Krankheitsreservoire oder Opfer von Wildtierkriminalität? Die biologische Vielfalt steht weltweit unter Druck – und auch die Schweiz bildet dabei keine Ausnahme. Die Gesundheit von Wildtieren wird von vielen Faktoren geprägt, und Krankheiten spielen darin eine zentrale Rolle. Relevanz haben dabei auch Infektionskrankheiten, da sie zwischen Wildtieren, Haustieren und Menschen übertragbar sein können. Die Gesundheitsüberwachung von Wildtieren ist komplex und erfordert einen transdisziplinären Ansatz: Notwendig sind Untersuchungen sowohl im Feld wie auch im Labor sowie eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Interessengruppen. Nur durch die Anwendung und Integration verschiedener Methoden lässt sich ein verlässliches Bild des Gesundheitszustands unserer Wildtierpopulationen gewinnen.

Die Universität Bern – heute am Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit - untersucht seit Ende der 1950er Jahre die Gesundheit der Wildtiere in der Schweiz. Diese rund 70-jährige Sammlung an Erfahrungen, Daten und Proben bildet eine einzigartige Grundlage, um die Gesundheit unserer Fauna zu überwachen und zu erforschen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und fundierte Massnahmen für das Management zu entwickeln.

Freitag, 29. Mai 2026, 14.10 h, Aula HG

Das Porträt in der florentinischen Renaissance

Prof. Dr. Urte Krass, Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern

Immer wieder ist von der Erfindung des Porträts in der italienischen Renaissance die Rede. Im Vortrag werden wir uns mit spezifisch florentinischen Ausprägungen des Renaissanceporträts beschäftigen. So sind gerade hier sehr viele weibliche Profilporträts entstanden, die wir uns anschauen und in ihren zeitgenössischen gesellschaftlichen Kontext setzen werden. Welche Unterschiede gab es zwischen Frauen- und Männerporträts im Florenz des 15. Jahrhunderts und wie lassen sie sich erklären?

Auch wird es um die Rolle von Gesichtsabdrucken in Wachs oder Gips bei der Entstehung der veristischen Florentiner Bildnisse gehen. Wachsabdruck und Gipsmasken spielten seinerzeit eine grosse Rolle in der künstlerischen Praxis in Florenz, und dennoch fällt es der akademischen Kunstgeschichte noch immer nicht leicht zu akzeptieren, dass sogar der Künstler Donatello dieses Verfahren in seinem Werkprozess genutzt hat. Der Vortrag ist eine gute Gelegenheit, einen «Klassiker» der Kunstgeschichtsschreibung, nämlich Aby Warburgs Aufsatz über «Bildniskunst und florentinisches Bürgertum» von 1902 vorzustellen und seine faszinierenden Thesen darzulegen.