Kommende Vorträge

Hier ist die Liste mit den kommenden Vorträgen, zusätzlich mit Inhaltsangaben für die Vorträge, die in den nächsten 4 Wochen stattfinden werden. Hier informieren wir auch, wenn es z.B. wegen einer Erkrankung eines Dozenten / einer Dozentin zu einer Programmänderung kommt.

Die Vorträge starten um 14.10 Uhr und dauern bis 15.15 Uhr. Die Teilnahme ist gegen Vorweisen des Mitgliederausweises ohne Voranmeldung kostenfrei möglich. Nichtmitglieder im Alter 60 plus können am Infodesk vor dem Hörsaal einen Einzeleintritt für CHF 10.– beziehen. Falls nicht alle Personen im Hörsaal Platz haben, erfolgt wenn möglich eine Direktübertragung in einen anderen Hörsaal.

Hörsaal Alhambra (Vorträge am Mittwoch): Ehemaliges Kino Alhambra (Maulbeerstrasse 3, 3011 Bern). Vom Hirschengraben aus an der Maulbeerstrasse auf der linken Seite barrierefrei erreichbar.

Aula HG (Vorträge am Freitag): Hauptgebäude der Universität (Hochschulstrasse 4, 3012 Bern) im 2. Stock (Lift beim Seiteneingang auf der hinteren Seite des Hauptgebäudes).

Freitag, 20. Februar 2026, 14.10 h, Aula HG

Einsamkeit über die Lebensspanne – Zusammenhänge und Interventionsmöglichkeiten

PD Dr. Tobias Krieger, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität Bern

Einsamkeit ist ein verbreitetes Phänomen und betrifft Menschen in allen Lebensphasen – von Kindern und Jugendlichen bis ins hohe Alter. Sie entsteht, wenn soziale Kontakte als zu wenig oder nicht ausreichend erfüllend erlebt werden. Während vorübergehende Einsamkeitsgefühle eine wichtige Signalfunktion haben können, ist chronische Einsamkeit mit einer Vielzahl körperlicher und psychischer Beschwerden verbunden und stellt ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar.

Im Vortrag wird auf verschieden Arten von Einsamkeit eingegangen. Zudem werden zentrale Faktoren vorgestellt, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Einsamkeit beitragen, darunter sowohl strukturelle Bedingungen wie Lebensübergänge oder gesellschaftliche Veränderungen als auch psychologische Mechanismen. Darauf aufbauend werden aktuelle Erkenntnisse zu wirksamen Interventionsansätzen erläutert, die Betroffenen helfen können, Einsamkeit zu verringern und soziale Verbundenheit zu stärken.

Freitag, 27. Februar 2026, 14.10 h, Aula HG

Die Rolle des Bundesrats in und während Krisen

Prof. Dr. Sacha Zala, Direktor Diplomatische Dokumente der Schweiz (Dodis), Bern

Der Bundesrat ist eine hoch performante Entscheidungsmaschine. Jedes Jahr fällt der Bundesrat über 2000 Entscheide. Manche dieser Entscheide geben mehr, manche weniger zu reden. Seit der Gründung des Bundesstaates wurde dem Bundesrat immer mal wieder attestiert, sich in einer Krise zu befinden. Doch wann befindet sich der Bundesrat in einer Krise und welchen Einfluss haben innere und äussere Krisen auf den Bundesrat? Ein Blick in die Geschichte dieses obersten Exekutivgremiums der Eidgenossenschaft zeigt, dass fundamentale Unterschiede bestehen zwischen einem Bundesrat während und einem Bundesrat in der Krise.

Freitag, 6. März 2026, 14.10 h, Aula HG

Der Klimawandel: Einfluss auf die psychische Gesundheit?

Prof. Dr. Thomas Müller, Privatklinik Meiringen AG und Universität Bern

Der Klimawandel stellt zunehmend auch eine Herausforderung für die psychische Gesundheit dar. Der Vortrag fasst den aktuellen Evidenzstand zu Zusammenhängen zwischen klimatischen Veränderungen und psychischen Störungen zusammen, mit Schwerpunkt auf Hitze, Wetterextremen und langfristigen Umweltveränderungen. Epidemiologische Studien, unter anderem aus der Schweiz, zeigen Assoziationen zwischen steigenden Temperaturen und erhöhten psychiatrischen Hospitalisationsraten sowie Suiziden.

Weitere Befunde weisen auf Zusammenhänge zwischen Hitze und Aggression, Schlafstörungen und affektiver Symptomatik hin. Besonders vulnerabel sind Menschen mit vorbestehenden psychischen Erkrankungen, sozial benachteiligte Gruppen sowie Personen in klimaabhängigen Berufsfeldern. Neben direkten physiologischen Effekten sind sekundäre und tertiäre Folgen wie wirtschaftlicher Druck, Migration, soziale Konflikte und Verlust von Lebensgrundlagen relevant. Konzepte wie Eco-Anxiety und ökologische Trauer werden kritisch eingeordnet. Abschliessend werden präventive und adaptive Massnahmen auf individueller, gesundheitssystemischer und gesellschaftlicher Ebene diskutiert, um Klima- und Wetterfaktoren systematisch in Forschung, Versorgung und Gesundheitspolitik zu berücksichtigen.

Freitag, 13. März 2026, 14.10 h, Aula HG

Vom Tempel auf die Agora: über die Neugründung des Bernischen Historischen Museums

Dr. Thomas Pauli-Gabi; MAS, Direktor Bernisches Historisches Museum, Bern

Zusammenfassung folgt

Freitag, 20. März 2026, 14.10 h, Aula HG

Schwerhörigkeit

Prof. Dr. Dr. Martin Kompis, Audiologie, Universitätsklinik für Hals, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie Inselspital Bern

Schwerhörigkeiten sind ausgesprochen häufig. Sie betreffen rund 10% der Bevölkerung industrialisierter Länder. Obwohl sie in jedem Lebensalter auftreten können, nehmen sie besonders im Alter deutlich zu. Ein eingeschränktes Hörvermögen und ein damit einhergehendes reduziertes Sprachverstehen kann zum sozialen Rückzug und zu einer erheblich reduzierten Lebensqualität führen.

Glücklicherweise kann dank moderner Technik das Sprachverstehen meist wieder verbessert werden. Selbst bei einer beidseitigen und vollständigen Ertaubung kann heute in der Regel wieder ein Sprachverstehen erreicht werden.

In diesem Vortrag betrachten wir das normal funktionierende und das schwerhörige menschliche Ohr und werfen Schlaglichter auf einige aktuelle Behandlungsmethoden. Wir betrachten moderne Hörgeräte, und implantierbare Hörhilfen wie Cochlea-Implantate. Zum Abschluss werfen wir mit der gebotenen Vorsicht einen Blick in die Zukunft und schauen, was sich heute bereits im Bereich der Behandlung von Schwerhörigkeiten abzeichnet.

Freitag, 27. März 2026, 14.10 h, Aula HG

Die Bürokratie – Ursache allen Übels? Vom Fundament des Verwaltungsstaats in einer Demokratie

Prof. Dr. Adrian Ritz, Geschäftsführender Direktor des Kompetenzzentrums für Public Management, Universität Bern

Die staatliche Bürokratie gilt vielen als Belastung – zugleich profitieren zahlreiche Akteure von Regulierungen und Vorschriften: Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, ebenso wie jene, die ihre Partikularinteressen durch gezieltes Lobbying im politischen Prozess durchsetzen.

In seinem Vortrag beleuchtet Adrian Ritz die historischen und gesellschaftlichen Ursachen der Entstehung staatlicher Verwaltungen und erläutert ihre zentrale Bedeutung für moderne Gesellschaften. Er ordnet Reformbewegungen zur Modernisierung von Staat und Verwaltung in größere gesellschaftliche Entwicklungen ein und zeigt deren Auswirkungen auf. Dabei wird auch das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung thematisiert und daraus entstehende Anforderungen an die staatliche Bürokratie abgeleitet. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Bürokratieabbau: Welche Ansätze gibt es, um bürokratische Lasten für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen wirksam zu reduzieren?

Vor dem Hintergrund politischer Debatten und zunehmender Forderungen nach Bürokratieabbau – in vielen Ländern und besonders in den USA – gerät die Rolle staatlicher Verwaltung aber zunehmend in den Fokus öffentlicher Kontroversen. Es stellt sich die zentrale Frage, ob die wachsende Distanz zwischen Bevölkerung und Verwaltung die demokratischen Institutionen stärkt oder schwächt und welche Rolle hier den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zukommt.

Diesen und weiteren Fragen geht der Vortrag kritisch nach.

Freitag, 10. April 2026, 14.10 h, Aula HG

Robert Walsers Aktualität

Dr. Reto Sorg, Leiter Robert Walser-Zentrum, Bern; Dozent Universitäten Fribourg und Lausanne; Gastdozent Universität Bern

Als wunderbarer Sprachkünstler verwandelt das Alltägliche in Literatur von schwebender Leichtigkeit. Mit feiner Ironie und großer Zuneigung für das Kleine wird er zum Meister der Achtsamkeit: Er sieht, was andere übersehen, und hört, was im Lärm der Zeit leise bleibt. Walser war ein stiller, aber scharfer Kritiker von Autoritäten – nicht laut, nicht belehrend, sondern subversiv durch Genauigkeit, durch Freundlichkeit, durch sein beharrliches Bestehen auf innerer Freiheit. Als Pionier eines radikal individuellen Blicks auf die Welt entzieht er sich Erwartungen, Normen und literarischen Rollenbildern.

Robert Walser ist Hüter der einfachen Dinge: Spaziergänge, Landschaften, Nebensächlichkeiten werden bei ihm zu Hauptsachen. Als Bewunderer der Natur schreibt er gegen Beschleunigung und Selbstüberhebung an – und für ein aufmerksames, menschenfreundliches Dasein. Robert Walser Aktualität lädt dazu ein, diesen einzigartigen Autor neu zu entdecken: als überraschend modernen Denker, als poetischen Widerständigen und als Begleiter für eine Zeit, die das Innehalten dringend braucht.

Freitag, 17. April 2026, 14.10, Aula HG

Die grossen Herausforderungen und Chancen in der Umweltpolitik: Wie uns Kreislaufwirtschaft, Klimawandel und Artenvielfalt challengen

Dr. Katrin Schneeberger, Direktorin Bundesamt für Umwelt BAFU, Bern

Zusammenfassung folgt

Freitag, 1. Mai 2026, 14.10 h, Aula HG

Hip Hip Hooray – Hüftprothetik 2026

Prof. Dr. Moritz Tannast, Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie, Inselspital Bern

Zusammenfassung folgt

Freitag, 8. Mai 2026, 14.10 h, Aula HG

Künstliche Intelligenz und das Weiterleben nach dem Tod? Ethische Überlegungen zu textgenerierenden Anwendungen

Prof. Dr. Mathias Wirth, Abteilung Ethik und Diakoniewissenschaft, Theologische Fakultät, Universität Bern

Zusammenfassung folgt

Freitag, 15. Mai 2026, 14.10 h, Aula HG

Gelingendes Altern durch Sport

Prof. em. Dr. Achim Conzelmann, Institut für Sportwissenschaft (ISPW), Universität Bern

Der zunehmende Anteil älterer Menschen, aber auch ein breiteres Verständnis von Sport sowie ein neues Bild vom älteren Menschen haben das Interesse an der Thematik Sport im Alter in den letzten Jahrzehnten stark anwachsen lassen. Während früher von sportlichen Aktivitäten eher abgeraten wurde, findet man heute allerorts Empfehlungen für ein bewegungs- und sportaktives Leben im Alter. Dementsprechend treiben immer mehr ältere Menschen informell oder organisiert Sport.

Doch welchen Gewinn darf der ältere Mensch von regelmässigen Bewegungs- und Sportaktivitäten erwarten? Lohnt es sich überhaupt, im Alter noch sportlich aktiv zu sein? Kann Sport zu einem gelingenden Altern beitragen?

Das Referat behandelt diese Fragen aus einer (allgemeinen) entwicklungswissenschaftlichen Perspektive und schliesst mit einer Betrachtung zum differentiellen Altern, also mit der Frage der Individualität, der Verschiedenartigkeit von Alternsprozessen und damit auch der Unterschiedlichkeit von Sportempfehlungen für ältere Menschen.

Freitag, 22. Mai 2026, 14.10 h, Aula HG

Gesundheitsüberwachung von Wildtieren in der Schweiz

Dr. Mirjam Pewsner und Dr. Simone Pisano, Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit, Vetsuisse, Universität Bern

Sind Wildtiere Naturschätze, Krankheitsreservoire oder Opfer von Wildtierkriminalität? Die biologische Vielfalt steht weltweit unter Druck – und auch die Schweiz bildet dabei keine Ausnahme. Die Gesundheit von Wildtieren wird von vielen Faktoren geprägt, und Krankheiten spielen darin eine zentrale Rolle. Relevanz haben dabei auch Infektionskrankheiten, da sie zwischen Wildtieren, Haustieren und Menschen übertragbar sein können. Die Gesundheitsüberwachung von Wildtieren ist komplex und erfordert einen transdisziplinären Ansatz: Notwendig sind Untersuchungen sowohl im Feld wie auch im Labor sowie eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Interessengruppen. Nur durch die Anwendung und Integration verschiedener Methoden lässt sich ein verlässliches Bild des Gesundheitszustands unserer Wildtierpopulationen gewinnen.

Die Universität Bern – heute am Institut für Fisch- und Wildtiergesundheit - untersucht seit Ende der 1950er Jahre die Gesundheit der Wildtiere in der Schweiz. Diese rund 70-jährige Sammlung an Erfahrungen, Daten und Proben bildet eine einzigartige Grundlage, um die Gesundheit unserer Fauna zu überwachen und zu erforschen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und fundierte Massnahmen für das Management zu entwickeln.

Freitag, 29. Mai 2026, 14.10 h, Aula HG

Freitag, 29. Mai 2026, 14.10 h, Aula HG

Prof. Dr. Urte Krass, Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern

Zusammenfassung folgt