Seniorenuniversität

Vorträge Herbstsemester 2022

Im Herbstsemester finden zwei Vorträge pro Woche statt: jeweils am Dienstag ab 16.15 Uhr im Hörsaal A006 und am Freitag ab 14.15 Uhr in der Aula. Die Vorträge dauern etwa 45 Minuten mit anschliessender Diskussion. Eine Anmeldung für den Besuch der einzelnen Vorträge ist nicht nötig.

Dienstag, 20.09.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Gesund beginnt im Mund

PD Dr. Richard Wierichs, Zahnmedizinische Kliniken, Universität Bern

Die zahnmedizinische Therapie im Wandel der Zeit: 
Wie der Wechsel von "Bohren und Füllen" hin zu "Heilen und Versiegeln" die orale Gesundheit positiv verändert hat, wie orale Erkrankungen als Risikofaktoren bzw. modulierende Faktoren allgemeinmedizinischen Erkrankungen beeinflussen und welche evidenzbasierten Empfehlungen eine gute Mundhygiene ermöglichen.

Freitag, 23.09.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Wie kommt die Eidechse von Gujarat nach Sachsen? Goldschmiedekunst des 16. Jahrhunderts und ihre globalen Verflechtungen

Prof. Dr. Urte Krass, Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern

Kostbare Kistchen und Kästen aus Schildpatt und Perlmutt wurden im 16. und 17. Jahrhundert in Gujarat, an der Nordwestküste lndiens, von lokalen hochqualifizierten Kunsthandwerkern gefertigt. Sie waren ein Exportschlager: Zahlreiche dieser Kästchen gelangten über ihre portugiesischen Käufer nach Lissabon und in die verschiedenen Sammlungen Europas. Bei den allermeisten dieser Schatullen sitzt direkt neben den silbergeschmiedeten Schlössern eine Eidechse, ebenfalls aus Silber, manchmal vergoldet. Warum dieses Tier hier so oft auftaucht, ist die dem Vortrag zugrunde liegende Frage.

Dienstag, 27.09.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Alttestamentliches Denken, seine Andersartigkeit und seine Impulse für die Gegenwart

Prof. Dr. Andreas Wagner, Institut für Altes Testament, Universität Bern

Andere Kulturen, andere Zeiten hatten und haben andere Zugriffe auf die Welt. Das Alte Israel war geprägt von den "Denkmöglichkeiten" und "Denkkonventionen" des Kulturraumes Ägypten - Syrien/Palästina/Kanaan - Mesopotamien und den dortigen Hochkulturen. Aus dieser Prägung heraus wurden religiöse Erfahrungen tradiert und in eine schriftliche Überlieferung gebracht, die wir heute das "Alte Testament" nennen. Seine Formen wie seine Inhalte, sein Weltzugriff sind manchmal sehr eigen und herausfordernd. Diesen Eigenheiten will sich der Vortrag widmen und entlang an Bildern und Texten dem Denken des AT nachspüren. 

 

 

Freitag, 30.09.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Unsere Hoffnungen, unsere Ängste, unsere Zukunft

Dr. Andreas Krafft, Akademischer Leiter Hoffnungsbarometer, Universität St. Gallen und swissfuture

Gibt es denn noch Grund zur Hoffnung und wenn ja, was hält unsere Hoffnung am Leben? Wie wir in die Zukunft schauen, ob mit Hoffnung, Angst oder Gleichgültigkeit, wird die Art und Weise bestimmen wie wir im Hier und Jetzt denken und handeln. Die Vergangenheit können wir nicht verändern, aber wir haben ein gemeinsames Interesse, eine gute und nachhaltige Zukunft zu gestalten.
Wir berichten über rund 4‘000 Menschen in der Schweiz und 10‘000 Menschen weltweit, die Auskunft gaben über ihre globalen Erwartungen 
sowie über ihre Hoffnungen und Befürchtungen an die Zukunft.

Dienstag, 04.10.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Krebs in der Literatur

Prof. Dr. Yahya Elsaghe, Institut für Germanistik, Universität Bern

An die vergleichsweise sehr kurze Literaturgeschichte des Krebses sollen Fragen wie diese gestellt werden: Wie spiegelt die Literatur den wissenschaftlichen Fortschritt wider? Oder wie das hier vergleichsweise sehr lange Ausbleiben eines solchen? Wie werden Irrlehren und neue Erkenntnisdurchbrüche in die literarischen Narrations- und Erklärungsmuster integriert? Und welchen Beitrag leistete die Literatur dazu, der als ganz neu wahrgenommenen Krankheit spezifische Bedeutung zu verleihen?

Freitag, 07.10.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Alexander von Humboldt - Wie das Reisen das Denken verändert

Prof. Dr. Oliver Lubrich, Institut für Germanistik, Universität Bern

Während er Amerika und Asien bereiste, wurde Alexander von Humboldt ein Anderer. Als er den Kontinent verließ, warf er einen kritischen Blick auf Europa. Indem er indigene Kulturen erforschte, überprüfte er seine eigenen Denkmuster. Im Polizeistaat des Zaren fand er unter politischem Druck verdeckte Formen für seine Erzählung. In jedem Buch wagte Humboldt einen anderen Entwurf. Wir können den Prozessen seines Denkens folgen und dabei nachvollziehen, dass in der Veränderung der größte Erkenntnisgewinn liegt.

Dienstag, 11.10.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Wie verändert COVID-19 unsere Gesellschaft?

Prof. Dr. Christian Joppke, Institut für Soziologie, Universität Bern

Die langfristigen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die Gesellschaft werden kontrovers diskutiert. Eine Position ist, dass Neoliberalismus (also eine hauptsächlich über Märkte gesteuerte Gesellschaft) und Globalisierung am Ende sind. Diese Position wird hier zurückgewiesen. Die Pandemie markiert keine neue Epoche; vielmehr verstärkt sie bereits bestehende Entwicklungstendenzen. Die vielleicht wichtigste ist die Digitalisierung der Gesellschaft, die im Verbund von "big tech" und "big state" erfolgt. War bislang okonomische Gleichheit das knappe Gut neoliberaler Gesellschaften, so wird es in Zukunft auch die individuelle Freiheit sein. 

Freitag, 14.10.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Forschung fördern, aber wie? Der Schweizerische Nationalfonds

Prof. Dr. Matthias Egger, Präsident des Nationalen Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds

Der Schweizerische Nationalfonds ist die wichtigste Schweizer Institution zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und feiert dieses Jahr seinen 70. Geburtstag. In meinem Vortrag werde ich kurz auf seine Geschichte eingehen und dann aktuelle Herausforderungen thematisieren, z.B. der Ruf nach grösserer Vielfalt, mehr interdisziplinärer Zusammenarbeit, besseren Dateninfrastrukturen und eine engere Vernetzung mit Wirtschaft und Gesellschaft. Zudem soll die Forschungförderung effizienter, fairer und wirkungsvoller werden. In meinem Vortrag werde ich Lösungsansätze vorstellen und mit dem Publikum diskutieren. 

Dienstag, 18.10.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Das Schweizer Gesundheitssystem - Diagnose und Therapievorschläge aus ökonomischer Sicht

Prof. Dr. Miachael Gerfin, volkswirtschaftliches Institut, Universität Bern

Die Kosten im Schweizer Gesundheitssystem steigen seit Jahren kontinuierlich, und es ist offensichtlich, dass die finanziellen Ressourcen, die das Gesundheitssystem in seiner heutigen Ausprägung benötigt, nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. Die Kostensteigerung ist die Folge eines zentralen Widerspruchs: Das Gesundheitsverlangen ist unbegrenzt, aber die Ressourcen sind begrenzt. Der Vortrag beschreibt die dringenden Probleme und Vorschläge für ein nachhaltiges Gesundheitssystem, unter anderem auch die Vorschläge des Bundesrats.

Freitag, 21.10.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Was wir aus der corona-Pandemie gelernt haben

Prof. em. Dr. Marcel Tanner, Präsident Akademien der Wissenschaften Schweiz, ehemals Leiter der Expertengruppe Public Health der COVID-19Science Task Force

Der Vortrag versucht einen Überblick zu schaffen, wie wir die beinahe drei Jahre Corona-Pandemie erlebt und gelebt haben, und was wir in der Wissenschaft und Gesellschaft gelernt haben, um künftig auf entsprechende neue Epidemien und Pandemien besser vorbereitet zu sein. Im Weiteren soll diskutiert werden, wie der Dialog zwischen Wissenschaft und Politik und Gesellschaft verbessert werden kann damit wir die künftigen globalen Herausforderungen - wie die Fragen zu Klima, Energie, Biodiviersität und Gentechnologien - wirksamer und zu Gunsten unserer Gesellschaft angehen können.

Dienstag, 25.10.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Der Waldrapp, ein ausserordentlicher Zugvogel

PD Dr. Bernhard Völkl, Abteilung Tierschutz, Veterinary Public Health Institute, Universität Bern

Der Waldrapp ist ein bedrohter Zugvogel, der bis ins Mittelalter im nördlichen Alpenraum der Schweiz, Bayerns und Österreichs heimisch war. Das Waldrappteam bemüht sich um die Wiederansiedlung einer wilden und frei ziehenden Population in Mitteleuropa. In diesem Vortrag werde ich die bisherige Erfolgsgeschichte des Projekts Revue passieren lassen, die noch zu bewältigenden Herausforderungen beschreiben und auch Beispiele aus der aktuellen Forschung, die das Artenschutzprojekt begleitet, bringen.

Freitag, 28.10.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Alter im Wandel - hin zu einer dynamischen Altersgesellschaft

Prof. em. Dr. François Höpflinger, Mitglied der akademischen Leitung des Zentrums für Gerontologie, Universität Zürich

Das Alter unterliegt dreifachen Wandlungsprozessen: Erstens ergibt sich eine rasche demografische Alterung der Bevölkerung, zweitens kommen neue Generationen mit anderen Lebenshintergründen ins Alter und drittens zeigen sich neue Modelle und Formen des Alterns. Alle drei Wandlungsprozesse beeinflussen sich gegenseitig und nur der Einbezug aller Wandlungsprozesse ermöglicht ein differenziertes Verständnis neuer Entwicklungen des Alters. Im Vortrag werden zentrale Entwicklungen in der gesundheitlichen, sozialen, wirtschaftlichen und soziokultureller Lebenssituation älterer Frauen und Männer in der Schweiz vorgestellt und diskutiert.

Dienstag, 01.11.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Wert und Bedeutung der Bildung in der Schweizer Bevölkerung

Prof. Dr. Rolf Becker, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Bern, Mitautor des SWR-Berichts über Soziale Selektivität im Schweizer Bildungssystem

Obgleich in der Schweiz eine Schulpflicht besteht und der nachwachsenden Generation ein breites Angebot an allgemeinbildender, beruflicher und akademischer Bildung offeriert wird, wissen wir wenig darüber, was die Schweizer Bevölkerung unter Bildung versteht. Welche Bedeutung hat Bildung in ihren Augen? Welches Ansehen haben die unterschiedlichen Bildungsabschlüsse? Wer ist warum davon überzeugt, dass alle die gleiche Chance haben, im Bildungssystem aufgrund eigener Talente und Leistung erfolgreich zu sein? Anhand von Bevölkerungsumfragen werden diese Fragen beantwortet.

Freitag, 04.11.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Der Beckenboden und Sport bei der älteren Frau - eine (un)erfreuliche Verbindung?

Prof. Dr. Monika Leitner, Departement Gesundheit, Berner Fachhochschule

Die wissenschaftlichen Belege sind eindeutig darüber, dass körperliche Aktivität/körperliches Training für die Frauengesundheit sehr wichtig sind. Der weibliche Beckenboden - mit den Tabu-Beschwerden wie Senkung oder Inkontinenz - macht der Umsetzung leider oft einen Strich durch die Rechnung. Der Vortrag erklärt die Beschwerden und zeigt auf, wie 'frau' dennoch aktiv sein und bleiben kann und damit die Gesundheit gefördert wird.

Dienstag, 08.11.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Tut um Gottes willen etwas Tapferes (Ulrich Zwingli): Corona-Batzen. Zum kirchlichen Auftrag in der Stadt.

Prof. Dr. Christoph Sigrist, Diakoniewissenschaft, Theologische Fakultät, Universität Bern, und Pfarrer Grossmünster, Zürich

Der berühmteste Satz Ulrich Zwinglis, des Zürcher Reformators, ist in der Sakristei des Grossmünsters auf Stein gemalt. Mahnfinger dafür, dass eine Reformation der Kirche als Transformation der Gesellschaft geschieht. Wie ist das Verhältnis von Kirche und Staat damals als Motor der Umwälzung der Gesellschaft gestaltet worden? Wie ist dieser so verstandene kirchliche Auftrag in einer plural gewordenenen Stadt heute umzusetzen? Anhand aktueller Praxisbeispiele am Grossmünster und aus der Stadt Zürich werden weitere Kapitel von kirchlichen und gesellschaftlichen Aufbrüchen in Resonanz zu den Ereignissen vor 500 Jahren ezählt.

Freitag, 11.11.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Seelisches Leiden und Demenz im Pflegeheim. Über Behandlungswege und Pharmakotherapie

Dr. Peter Weibel, heimarzt, Domicil Baumgarten, Autor

Die Umstände eines Heimeintritts (frühzeitige Kontaktnahme und Vorbereitung oder plötzliche Entwurzelung nach Unfall oder Krankheitsprogression) sind oft entscheidend für die psychische Verfassung und Widerstandskraft von Heimbewohnerlnnen. Welche Behandlungsmöglichkeiten sind möglich und notwendig, wenn Patientlnnen im Heim seelisch leiden, wann ist der Einsatz von Psychopharmaka geboten? Thesen zum Umgang mit Trauer und Depression, mit Lebensbilanzen am Lebensende, zur lntegration und Behandlung Demenzkranker.

Dienstag, 15.11.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Technische Beschneiung und Beschneiungsspeicher in der Schweiz

Prof. Dr. Rolf Weingartner und Thomas Kissling ETH M. Sc. LA, Geographisches Institut, Universität Bern, und Institut für Landschaftsarchitektur, ETH Zürich

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Freitag, 18.11.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Alberto Giacometti als Maler und Zeichner

Prof. em. Dr. Oskar Bätschmann, Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern

Alberto Giacometti, geb. 1901 in Borgonovo (Bergell), gest. 1966 in Chur, wurde als Plastiker, Maler und Zeichner zu einem der berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er begann als Maler - sein Patenonkel war Cuno Amiet -, trat aber 1922 in Paris in das Atelier des Bildhauers Antoine Bourdelle ein. Von 1930 bis 1932 hatt A.G. engen Kontakt mit den Surrealisten in Paris und trat mit einer Reihe von plastischen Erfindungen hervor. Diese waren vorbereitet und begleitet von Zeichnungen. Von 1950 an malt A.G. Landschaften des Bergells und Proträts von Freunden, von der Mutter und von seiner Frau.

Dienstag, 22.11.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Was ist Friede? Vorstellungen von Schalom im Alten Testament

PD Dr. Stefan Wälchli, Institut für Altes Testament, Universität Bern

"Schwerter zu Pflugscharen" – neben dieser Friedensvision der Propheten Micha und Jesaja thematisieren verschiedene alttestamentliche Texte die Frage, was denn Schalom bzw. Frieden sei: Vom friedfertigen Umgang unter Menschen im Alltag über die Sicherheit vor militärischer Gewalt bis zur Hoffnung auf eine von Gott neugeschaffene friedliche Welt in der selbst die Schlange nicht mehr beisst. Der Vortrag stellt verschiedene alttestamentliche Texte und Vorstellungen von "Schalom" vor und ordnet sie in den grösseren Zusammenhang alttestamentlicher Ethik und Theologie ein.

Freitag, 25.11.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Long Covid

Prof. Dr. Manuela Funke-Chambour, Universitätsklinik für Pneumologie, Inselspital Bern

Anfang 2020 waren die Folgeschäden von SARS-CoV2 unklar. Die erste SARS Pandemie 2003 hat zu Lungenfibrose (Lungenvernarbung) geführt. Um die Folgen auf die Lunge nach COVID-19 zu untersuchen, wurde im Mai 2020 eine schweizweite Studie über COVID-19 in Bern gestartet. Diese hat weltweit erste Erkenntnisse über Long COVID ergeben. Heute wissen wir, das sowohl Atemnot aber auch Müdigkeit und andere Beschwerden nach COVID-19 auftreten und bei einigen Betroffenen andauern. Wie lange und was steckt dahinter? Dazu sucht die Wissenschaft Antworten.

Dienstag, 29.11.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Umweltschutz (auch) durch Strafrecht?

Prof. Dr. Karl-Ludwig Kunz, Institut für Strafrecht und Kriminologie, Universität Bern

Selbstverständlich sollten die wichtigen Anliegen des Umwelt- und Klimaschutzes auch mit dem Strafrecht geschützt werden. Dies ist doch das schwerste Schwert des Staates, das gerade zur Unterstützung wichtiger gesellschaftspolitischer Anliegen gedacht ist. Doch so einfach ist es nicht. Bedenken werden erörtert, aber letztlich entkräftet.

 

Freitag, 02.12.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Der Stadt-Land-Graben in der Schweiz: Mythos oder Wirklichkeit?

Prof. Dr. Markus Freitag, Institut für Politikwissenschaft, Universität Bern

In der Schweiz besteht Uneinigkeit über die Existenz eines Stadt-Land-Grabens. Während Abstimmungsergebnisse immer wieder nahelegen, dass es Unterschiede zwischen der städtischen und der ländlichen Bevölkerung gibt, erklären einflussreiche Stimmen eine geografische Spaltung der Schweiz zum Mythos. Der Vortrag möchte daher der Frage nachgehen, ob es hierzulande Differenzen hinsichtlich der Mentalitäten zwischen Stadt und Land gibt, wie stark diese im internationalen Vergleich ausfallen und wo diese zu verorten sind. Dabei werden aktuelle Befunde aus einem europäischen Projekt präsentiert.

Dienstag, 06.12.2022, 16.15 Uhr, ExWi

mRNA-Medikamente: eine neue Wunderwaffe der Biomedizin?

Prof. Dr. Sebastian Leidel, Departement für Chemie, Biochemie und Pharmazie, Universität Bern

Bei der Herstellung von Proteinen dienen Boten-RNA (mRNA) in unseren Zellen als Vorlage. mRNA ist sehr vielseitig, einfach herzustellen und wird im Körper relativ schnell abgebaut. Bekannt durch den Einsatz bei SARS-CoV-2 Impfungen, stehen mRNA-Medikamente nach Jahrzehnten der Entwicklung nun in vielen Bereichen vor dem Durchbruch. Was kann diese Technologie wirklich? Die Vorlesung versucht einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Forschung zu geben und Chancen und Herausforderungen darzustellen.

Freitag, 09.12.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Wege zur körperlichen Aktivität im Alltag des Senioren

Prof. Dr. Claudio Nigg, Institut für Sportwissenschaft, Universität Bern

Bewegung ist gesund, besonders für ältere Menschen. Aber muss man sich unbedingt ein schickes Trainingsgerät kaufen oder ein hochintensives Fitnessprogramm absolvieren? Nein – der Alltag bietet zahlreiche Möglichkeiten, körperlich aktiv zu sein. Das Geheimnis – gesunde Entscheidungen in unsere täglichen Aktivitäten einzubauen. In diesem Vortrag werden verschiedene Möglichkeiten und Strategien für ältere Erwachsene vorgestellt, wie sie den ganzen Tag über aktive Entscheidungen treffen können. 

Dienstag, 13.12.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Lebenselixier Milch: von der Brutpflege zur modernen Lebensmittelproduktion

Prof. Dr. Rupert Bruckmaier, Abteilung Veterinär-Physiologie, Universität Bern

Während der Evolution entwickelte sich die Milch von einem zunächst anti-mikrobiellen Sekret zu einem nährstoffreichen Nahrungsmittel, das entsprechend den Bedürfnisse des geweiligen Säuglings zusammengesetzt ist. Mutationen beim Menschen führten zu einer Persistenz des Enzyms Laktase. Erst dadurch war der Konsum von Rohmilch durch erwachsene Menschen möglich, was als Grundlage der grossen Bedeutung der Milch als Lebensmittel zu sehen ist. Die hohe Priorität der Milchbildung im Stoffwechsel zur Sicherstellung des Überlebens des Säuglings war Voraussetzung für die grossen Zuchterfolge bei der Milchleistung der modernen Milchkuh. 

Freitag, 16.12.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Berner Pionierarbeit beim Klonen des Coronavirus: das Potenzial der synthetischen Genomik

Prof. Dr. Jörg Jores, Institut für Veterinärbakteriologie, Universität Bern

Synthetische Genomik umfasst das Design und die Herstellung mikrobieller Genome zur Schaffung von Organismen mit neuartigen Fähigkeiten. Der Vortrag führt in die Entwicklung von Schlüsseltechnologien ein, die eine Klonierung und Modifikation von mikrobiellen Genomen ermöglichten. Die Bäckerhefe spielte dabei eine entscheidende Rolle, da in diese grosse DNA Fragmente stabil kloniert werden können und sie zum Zusammenfügen ganzer mikrobieller Genome verwendet werden kann. Die Erfahrungen, Potentiale und Risiken des Klonierens von Mikroorganismen werden beleuchtet.

Dienstag, 20.12.2022, 16.15 Uhr, ExWi

Hirngesundheit - warum wir einem der faszinierendsten Organe mehr Beachtung schenken sollten!

Prof. Dr. Iris-Katharina Penner, Universitätsklinik für Neurologie, Inselspital Bern

Das menschliche Gehirn ist eines der komplexesten und faszinierendsten Organe. Es ermöglicht unser Denken, Fühlen und Erleben, unsere Motorik und Sensorik. Die Funktionalität wird durch >80 Milliarden Nervenzellen ermöglicht, die wie ein gut abgestimmtes Orchester zusammenspielen. Im Alltag machen wir uns wenig Gedanken um unser Gehirn, schenken ihm selten Aufmerksamkeit. Erst wenn das Gehirn beginnt weniger gut zu funktionieren, beschäftigen wir uns mit diesem wertvollen Organ. Die Vorlesung soll interessierten Zuhörern die Faszination des Gehirns näherbringen und dazu animieren, sich um die eigene Hirngesundheit mehr zu kümmern.    

Freitag, 23.12.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

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