Seniorenuniversität

Vorträge Frühlingssemester 2023

Im Frühjahrssemester findet ein Vortrag pro Woche statt: jeweils am Freitag ab 14.15 Uhr in der Aula. Die Vorträge dauern etwa 45 Minuten mit anschliessender Diskussion. Eine Anmeldung für den Besuch der einzelnen Vorträge ist nicht nötig.

Freitag, 24.02.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

Blüte, Blattentfaltung und Pollenflug - wie die Pflanzen auf den Klimawandel reagieren

Dr. Regula Gehrig, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, MeteoSchweiz

Als Folge der Temperaturzunahme entwickelt sich die Vegetation im Frühling und Sommer heute deutlich früher als vor einigen Jahrzehnten. Die Pflanzen sind deshalb sehr gute Indikatoren, um die Auswirkung des globalen Temperaturanstiegs anschaulich zu zeigen und erlebbar zu machen. Daten für diese Analysen liefern das phänologische Beobachtungsnetz und das Pollenmessnetz von MeteoSchweiz. Im Vortrag wird der genaue Zusammenhang zwischen Wetter, Klima und Vegetation vorgestellt und aufgezeigt, wie sich die einzelnen Pflanzen in ihrer langjährigen Entwicklung unterscheiden. Besonders lange Datenreihen gibt es von der Kirschenblüte.

Freitag, 03.03.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

Wenn eine:r in die Höhe geht: Höhenmedizin heute

PD Dr. Monika Brodmann Maeder, Universitäres Notfallzentrum, Inselspital Bern

Trekkings in grosse Höhen im Himalaya, dem Karakorum oder den Anden sind heutzutage nicht nur Extrembergsteigern reserviert: Immer mehr und auch ältere Menschen, die über eine gute Fitness verfügen, können in hochgelegenen Tälern die faszinierenden Berglandschaften geniessen und auch Pässe über 5'000 Meter überwinden. Diese Aktivitäten in grosser Höhe bergen aber die Gefahr, durch das verminderte Sauerstoffangebot krank zu werden oder gar zu sterben. Der Vortrag soll die Hintergründe solcher Erkrankungen erörtern, die verschiedenen Formen der höhen-assoziierten Erkrankungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. 

Freitag, 10.03.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Lernen im/vom/fürs/trotz Alter

Prof. em. Dr. Jürg Kesselring, Klinische Neurologie und Neurorehabilitation, Universität Bern

Lebenslang ist das menschliche Gehirn fähig zu lernen. "Use it or lose it" - nütze es, oder es geht verloren. Immer werden neue Verbindungen zwischen den ca. 86 Milliarden Nervenzellen geknüpft, aber nur die aktiv genutzten bleiben bestehen. Dies ist die biologische Grundlage des Lernens. Neuroplastizität, d.h. Anpassung der Hirnstrukturen und –funktionen an die Anforderungen aus der Umwelt ist ein zentrales Thema der Neurowissenschaften. In der Neurorehabilitaion wird dies im praktischen Alltag umgesetzt. Aus der Beobachtung der in den Therapien erreichten Veränderungen werden auch wieder neue Einsichten in die Grundlagen des Lernens gewonnen.

Freitag, 17.03.2022, 14.15 Uhr, Aula HG

Wie können wir uns unabhängig machen von Energieimporten? Der Beitrag der heterogenen Katalyse zur Nutzung von regenerativen Energien

Prof. Dr. Matthias Arenz, Departement für Chemie, Biochemie und Pharmazie, Universität Bern

Unsere Gesellschaft ist im hohen Grad abhängig von Öl, Gas und Kohle. Nicht nur für die Energieversorgung, auch für die Herstellung von Grundstoffen der Chemischen Industrie, die unser Leben stark beeinflussen. Diese Abhängigkeit ist nicht nur mit Hinblick auf die Umwelt kritisch, sie sorgt auch immer wieder für internationale Konflikte. Welche Alternativen haben wir, wie könnte eine nachhaltigere Chemische Industrie und Energieversorgung aussehen und worin liegen die Probleme?

Freitag, 24.03.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

Parkinson-Krankheit - Diagnose und Behandlung

PD Dr. Michael Schüpbach, Neurologisches Institut, Konolfingen

Der Vortrag soll dem Laien darstellen, welche Symptome bei der Parkinson-Krankheit auftreten und wie sie im Laufe der Erkrankung behandelt werden können. Die Bewegungsstörung und die mit der Parkinson-Krankheit auftretenden nicht-motorischen Symptome werden geschildert. Die Therapiemöglichkeiten mit Medikamenten und Operationen (Hirnstimulation) werden besprochen. Abschließend wird ein Ausblick gegeben auf neue Therapien, die aktuell erforscht werden.

 

Freitag, 31.03.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

Intensivtransporte bei der Rega (Schweizerische Rettungsflugwacht) an der Grenze des Machbaren

PD Dr. Roland Albrecht, Schweizerische Rettungsflugwacht

Durch stetige Innovation und den rasanten medizinischen Fortschritten ist es uns möglich, auch an Bord der Rega-Jets oder Helikopter schwer erkrankte Patientinnen und Patienten, welche komplexe intensivmedizinische Behandlungen benötigen, über kürzere Distanzen aber auch über tausende von Kilometer weit rund um den Globus zu transportieren. Beispiele dazu sind hochinfektiöse Patienten (Covid, Ebola, Tuberkulose) oder Patientinnen, welche an eine Herz-Lungenmaschine angeschlossen sind und in eine Spezialklinik verlegt werden müssen. 

Freitag, 21.04.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

Tierrecht(e) - was soll das?

Prof. Dr. Peter V. Kunz, Institut für Wirtschaftsrecht, Universität Bern

Tiere machen einen wichtigen Teil des menschlichen Lebens aus, etwa als Familienmitglieder, als Lebensmittel, als Freizeitvergnügen oder als Versuchstiere, und viele Volksinitiativen stellen sie ins Zentrum. Trotz diesen Hauptrollen spielen Tiere in der Rechtswissenschaft - wenn überhaupt- eine blosse Nebenrolle. In seinem Referat zeigt Prof. Kunz die breite Anwendung des Rechts auf Tiere auf, beispielsweise bei Unfällen, bei Erbstreitigkeiten, bei Konkursfällen oder bei Scheidungen. Die Grundfrage lautet: Sind Tiere wirklich Sachen? 

Freitag, 28.04.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

D Ruth oder ds Ruth - über Eigenwilligkeiten des grammatischen Geschlechts bei Rufnamen

Prof. em. Dr. Helen Christen, Departement für Germanistik, Universität Freiburg

"Der Löffel", "die Gabel", "das Messer": Die Substantive des Deutschen weisen ein sog. Genus (grammatisches Geschlecht) auf, das am Artikel oder auch an Pronomen ("er", "sie", "es" etc.) zutage tritt. Das Genus von Personennamen richtet sich dabei in der Regel nach dem "natürlichen Geschlecht": "(der) Hans ... er", "(die) Ruth ... sie". Wie es zu Abweichungen von dieser Regel gekommen ist ("ds Ruth / ääs") und welche Bedeutungsunterschiede sich in den Varianten "d Ruth" vs. "ds Ruth" sedimentiert haben und kommunikativ genutzt werden können, soll der Vortrag erhellen.

Freitag, 05.05.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

Krebs und Krebstherapie bei alten und sehr alten Menschen. Macht es Sinn?

Prof. Dr. Jörg Beyer, Medizinische Onkologie, Inselspital Bern

Krebserkrankungen nehmen mit fortschreitendem Alter an Häufigkeit zu. Vielfach bestehen leider immer noch Vorbehalte, dass es sich nicht mehr lohne, Krebserkrankungen bei älteren und sehr alten Menschen zu behandeln. Dabei können viele dieser Erkrankungen auch im hohen Alter noch geheilt oder zumindest Krankheitssymptome sehr gut behandelt und gelindert werden. Hierbei kommen neben den klassischen Methoden Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie, auch moderne zielgerichtete Therapien und lmmuntherapien zum Einsatz.

Freitag, 12.05.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

FrauenLeben hinter Gittern- gestern und heute

Dr. h. c. Annette Keller, Direktorin, Justizvollzugsanstalt Hindelbank, Ehrendoktorin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Universität Bern

Die Strafanstalt Hindelbank ist seit über hundert Jahren die einzige Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen in der deutschsprachigen Schweiz. Annette Keller vermittelt kurze Einblicke in die Geschichte der Anstalt, die auch das dunkle Kapitel der administrativen Versorgung beinhaltet. Der Schwerpunkt des Referats beschreibt den aktuellen Alltag der hundert inhaftierten Frauen und die Arbeit der Mitarbeitenden im heutigen Justizvollzug. Dabei wird aufgezeigt, wie sich die inhaftierten Frauen auf ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorbereiten.

Freitag, 19.05.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

Sehbehinderung im Alter: was man wissen sollte

Prof. Dr. Justus Garweg, Berner Augenklinik, Swiss Eye Institute

Ohne dass man es im Alltag bemerkt, nimmt das Sehen im Laufe des Lebens physiologisch langsam ab. Am ehesten bemerkt man die Abnahme der Kompensationsmöglichkeiten bei Lichtwechsel vom Hellen ins Dunkle. Darüber hinaus schleichen sich jedoch auch krankhafte Veränderungen wie der Graue Star, das Glaukom, die Makuladegeneration und trockene Augen ein, die zu einer zusätzlichen Einschränkung der Sehqualität führen und bei rechtzeitiger Diagnose meist einfach behandelt werden können, um einer Sehbehinderung vorzubeugen. Die wichtigsten dieser Erkrankungen sollen vorgestellt und Strategien zu ihrer Behandlung diskutiert werden.

 

Freitag, 26.05.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

Glück im Alter - (k)eine Glückssache?

Prof. em. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello, Institut für Psychologie, Universität Bern

Alter wir im Alltagsdiskurs selten mit Wohlbefinden und Glück in Zusammenhang gebracht. Die Realität aber zeigt, dass die meisten älteren Menschen trotz zunehmender Einschränkungen und Verluste, ihr Wohlbefinden recht gut regulieren können. Allerdings gibt es auch individuelle Unterschiede. Wie lassen sich diese erklären? Gibt es erfolgreiche Strategien oder ist alles letztlich eine Glückssache?

Freitag, 02.06.2023, 14.15 Uhr, Aula HG

Klima und Gesellschaft in Europa: die letzten 1000 Jahre

Prof. em. Dr. Christian Pfister und Prof. em. Dr. Heinz Wanner, Oeschger Zentrum für Klima- und Klimafolgenforschung, Universität Bern

Seit dem Übergang von der langsamen zur raschen globalen Erwärmung um 1989 ist deutlich geworden, dass das Klimasystem überwiegend durch menschliche Aktivitäten angetrieben wird. Die beiden Referenten vermitteln erstmals einen Rückblick auf die saisonalen Verhältnisse in den letzten tausend Jahren, diskutieren die wichtigsten Antriebsfaktoren und zeigen auf, wie sich Klimavariationen sowie Pandemien und Kriege auf die Bevölkerungs- und Wirtschaftsgeschichte ausgewirkt haben. Geschichten von Menschen kommen neben naturwissenschaftlichen Erläuterungen nicht zu kurz. Abschliessend wird auf die Bedingungen hingewiesen, die zum heutigen Klimastress geführt haben, und es wird ein Blick in die Zukunft gewagt.