Seniorenuniversität

Abstracts 2021/22

Die Abstracts und weitere Informationen, die uns von Referenten / Referentinnen zur Verfügung gestellt werden, sind jeweils unter den Titeln der Vorträge gesammelt. Die Folien sind ausschliesslich zur persönlichen Einsicht bestimmt.

Entwicklung eines Impfstoffes gegen COVID-19

Di. 21.09.2021, 16.15 Uhr, Prof. Dr. Martin Bachmann, Professor der Immunologie, Universität Bern, Oxford und Hefei

Die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Pandemie legt weite Teile der Welt immer noch lahm und kann nur durch gezielte Massnahmen, vor allem breitflächige Impfkampanien, in den Griff bekommen werden. In diesem Vortrag werde ich kurz auf generelle Impfprinzipien eingehen und die Funktion wie auch Vor- und Nachteile der im Moment zugelassenen Impfstoffe aufzeigen. Zum Schluss werde ich unseren eigenen Impfstoffkandidaten vorstellen und erklären, weshalb wir noch nicht so weit sind wie wir eigentlich wollten und hätten sein sollen.

Paul Klee: Ad Parnassum, 1932: Farbe und Musik

Fr. 24.09.2021, 14.15 Uhr, Prof. em. Dr. Oskar Bätschmann, Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern

Mitte der 1920er-Jahre beginnt Paul Klee, der unablässige künstlerische und technische Experimentator, sich intensiv mit der polyphonen Malerei in Analogie zur mehrstimmigen Musik auseinanderzusetzen. Seine Studien nehmen den Anfang am Bauhaus Dessau, entwickeln sich an der Kunstakademie Düsseldorf weiter und beschäftigen den Künstler auch noch nach seiner Rückkehr nach Bern im Jahr 1933. Sein Haupt Ad Parnassum-Zum Parnass hin (1932) steht exemplarisch für sein Streben nach einer Entsprechung von Musik und Malerei über die Klänge der Farben und die rhythmischen Bewegungen der farbigen Punkte. Für das Gemälde Ad Parnassum konzentrieren sich Klees Reiseerfahrungen nach Sizilien und Ägypten, die sich verbinden mit dem Interesse an der griechischen Mythologie, mit der Kenntnis von Ferdinand Hodlers Werk und mit der Form des Dreiecks in Natur und Kunst. Wichtig für Klees Experimente einer mehrstimmigen Malerei sind die gleichzeitigen Erkundungen von farbigen Klängen seines Künstlerfreundes Wassily Kandinsky.

Ad Parnassum wurde 1935 in der grossen Klee-Ausstellung in der Kunsthalle Bern gezeigt und vom Verein der Freunde Kunstmuseum Bern angekauft. Seither ist das bedeutende Gemälde im Kunstmuseum Bern ausgestellt.

Dostojewski und die Schweiz
Zum 200. Geburtstag von F. Dostojewski

Di. 28.9.2021, 16.15 Uhr, Dr. Lorenzo Amberg, Slawist, alt Botschafter, Murten

Auf der Flucht vor seinen Gläubigern unternimmt das neu vermählte Ehepaar Dostojewski im Frühling 1867 eine mehrjährige Auslandsreise. In dem Jahr, das die beiden in Genf und Vevey verbringen, verlieren sie ihre erste Tochter, und Fjodor Michajlowitsch wird von Geldsorgen, Spielsucht und Epilepsie geplagt. Gleichzeitig ist seine Schaffenskraft ungebrochen. Seine privaten Äusserungen über Genf und die Schweiz sind abschätzig und pauschal schroff. Ganz anders in seinen Romanen, wo die Schweiz eine differenzierte künstlerische Verarbeitung erfährt: Dort erscheinen die Walliser Alpen als Hintergrund für eine Heilung (« Der Idiot ») und Genf als Ort der revolutionären Verschwörung gegen das zaristische Russland (« Die Dämonen »). Die Betrachtung eines Holbein-Bildes in Basel wiederum führt zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der für Dostojewski zentralen Gestalt Christi. Das Schweizjahr der Dostojewskis hat auf diese Weise Eingang in zwei bedeutende Werke der Weltliteratur gefunden.

Wanderungen und Erdkundungen im schweizerischen Nationalpark

Informationsveranstaltung für angemeldete Personen am 21.9.2021 um 15.00 Uhr im Hörsaal der ExWi

28. September
individuelle Anreise nach Zernez, Transfer zum Hotel Bär & Post, einfaches Mittagessen. Am Nachittag leichte Wanderung im Park (Alp Buffalora - Il Fuorn)

29. September
ganztägige Parkwanderung über Margunet, mit wissenschaftlicher Begleitung von der Parkverwaltung

30. September
ganztägige Parkwanderung (Höhenroute) um den Munt la Schera

01. Oktober
Besuch des Arvenwaldes von Tamagur in der Val S-charl. Mit der Bahn nach S-cuol, mit dem Postauto nach S-carl (und retour). Ganztagestour

02. Oktober
Ganztageswanderung am Ofenpass

03. Oktober
leichte Halbtageswanderung im Spöltal als Abschluss und Rückreise. Eine Tagestour in die Val Trupchun kann aus logistischen Gründen (Erreichbarkeit) wohl kaum realisiert werden

Die Tagestouren werden je nach Witterung und Fitness der Teilnehmenden entschieden. Wir bleiben
jedoch für die ganze Zeit im Hotel Bär & Post in Zernez mit Halbpension und kleinem Lunchbag.

Wie funktioniert Herdenimmunität? Beispiele aus der Epidemiologie von Infektionskrankheiten bei Tieren

Fr. 01.10.2021, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Gertraud Schüpbach, Vetsuisse-Fakultät, Universität Bern

Seit COVID-19 ist das Schlagwort Herdenimmunität in aller Munde. Zu Beginn der Pandemie hatten einige Staaten das Ziel, eine Ansteckung von Menschen soweit zuzulassen, dass sich nach und nach ein natürlicher Schutz vor weiteren Ausbrüchen der Erkrankung ergibt. Nun tobt ein Wettkampf um die höchste Impfquote in der Erwartung, dank Herdenimmunität wieder zum gewohnten Leben zurückkehren zu können.

Aber weshalb funktioniert dieser Schutz nicht bei allen Infektionskrankheiten? Wovon hängt es ab, ob ein Krankheitserreger durch Herdenimmunität unter Kontrolle gehalten werden kann, oder fortlaufend zu neuen Ausbrüchen führt? In meinem Referat werde ich anhand der Tierkrankheiten Tollwut und Porcines Reproduktives und Respiratorisches Syndrom erläutern, welche Erfolgsfaktoren für eine (lokale) Ausrottung eines Krankheitserregers durch Immunität notwendig sind.

Spricht man heute wirklich nicht mehr so wie früher? Schweizerdeutsch im 21. Jahrhundert

Di. 05.10.2021, 16.15 Uhr, Prof. Dr. Adrian Leemann, Center for the Study of Language and Society, Universität Bern

Sprache verändert sich (wir sprechen heute auch nicht mehr Althochdeutsch). Doch wie genau haben sich schweizerdeutsche Dialekte in den letzten 100 Jahren verändert? Und weshalb verändern sich Dialekte überhaupt? In diesem Vortrag gehen wir (Carina Steiner, Doktorandin von Adrian Leemann, wird den Vortrag mitgestalten) genau diesen beiden Fragen nach. Am Schluss des Vortrags wagen wir einen Blick in die Zukunft: spricht man 2120 nur noch Zürichdeutsch?

Prägende Schauplätze der russischen Literatur

Do. 7.10.2021, 14.15-15.00 Uhr, Seminar
Dr. Lorenzo Amberg, Slawist, alt Botschafter, Murten

Sankt Petersburg und Moskau, die beiden konkurrierenden Hauptstädte; Solovki, der
Archipel im Weissen Meer, wo die Geburtsstunde des Gulag schlug; Sibirien und die Insel
Sachalin, Orte der Strafe und der Verbannung; die Wolga mit ihren deutschen Kolonien:
Das sind einige der Stätten, die in die russische Literatur eingegangen sind und unsere
Vorstellung prägen.

Eine repräsentative Auswahl klassischer und zeitgenössischer Autoren, von denen
Textausschnitte zu Beginn der Veranstaltung an die Teilnehmenden verteilt werden, wird
uns Einblick in die literarische Geographie Russlands gewähren.

Genderthemen: trans, cis, nonbinär, Gender Fluidity: Was ist denn das?

Fr. 08.10.2021, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Annette Kuhn, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital Bern

In den letzten Jahren sind sogenannte Genderthemen immer wieder in den Medien und damit auch in der öffentlichen Diskussion aufgetaucht. Prinzipiell unterscheiden wir zwischen

  • -male (Mann), Cismann
  • -female (Frau), Cisfrau
  • -trans male / trans man (Trans-Mann, als Frau geboren, jetzt Mann)
  • -trans female / trans woman (Trans-Frau, als Mann geboren, jetzt Frau)
  • -gender queer / gender non-conforming (geschlechtsneutral, ohne Geschlechterrolle)
  • -different identity (andere Identität).

Im Vortrag beleuchten wir gemeinsam die Aspekte der Identität, der sexuellen Orientierung und deren Entstehungsgeschichte. Es wird einen kurzen Exkurs zum Thema der hormonellen und anderen Therapien - bei Bedarf auch der operativen Therapien - bei Transpersonen geben und danach reichlich Zeit für Fragen und Diskussionen.

Primärprävention von Demenz durch einen aktiven Lebensstil

Di. 12.10.2021, 16.15 Uhr, Dr. Barbara Studer, Institut für Psychologie, Universität Bern

Im Fitnesszentrum bekommt man einen massgeschneiderten Trainingsplan und in der Ernährungsberatung individuelle Mahlzeitempfehlungen, um das Wunschgewicht zu erreichen. Doch wo bekommt man fundierte Informationen und Unterstützung für die persönliche Gehirnfitness?

Die Forschung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass es verschiedene Ansätze gibt, um das Gehirn fit und gesund zu halten. Sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: Effektives Gehirntraining ist nicht einseitig und kann nicht mit dem Lösen spezifischer Gedächtnisaufgaben, wie z.B. Computeraufgabe oder Kreuzworträtsel, abgedeckt werden. Nein, effektives Gehirntraining ist eine Frage des Lebensstils und geschieht mitten im Alltag, allein und mit anderen zusammen.

Auch wenn das Umsetzen aktueller Forschungsergebnisse etwas anstrengender klingt als erhofft, zeigen diese Langzeitstudien die verheissungsvollen Folgen eines «gehirnschützenden» aktiven Lebensstils: So weisen die Gehirne solcher Menschen mehr graue Substanz und höhere kognitive Reserven auf. Das heisst, ihr Gehirn verfügt über mehr Anpassungsressourcen und höhere Veränderbarkeit («Neuroplastizität»), was das Demenzrisiko um bis zu 40% senken kann.

Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche diese essentiellen Bereiche und Inhalte eines «gehirnschützenden» aktiven Lebensstils sind, die aus der aktuellen Forschung bekannt sind.

Figuren in Kriminalromanen aus Sicht der Psychiatrie: Friedrich Dürrenmatt im Fokus

Fr. 15.10.2021, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Werner Strik, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bern

Dürrenmatt lässt in seinen Kriminalromanen sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten auftreten. Neben realistisch gezeichneten Charakterköpfen und Querdenkern, die keine nennenswerten psychiatrischen Besonderheiten aufweisen, beschreibt er interessante Figuren, deren abnormes Verhalten psychologisch aufgeschlüsselt werden kann aber dennoch keiner typischen psychiatrischen Diagnose entspricht. Sie sind dafür zu komplex und haben auch widersprüchliche Eigenschaften. Andere Charaktere wirken gänzlich unrealistisch konstruiert. Besonders eindrücklich, aber eher literarisch als psychiatrisch zu beurteilen, sind schliesslich die Personen, die wie märchenhafte Fabelwesen wirken, und im Roman nicht die Rolle von realen Personen einzunehmen scheinen, sondern als Sinnbilder für moralische Werte dienen. Aus psychologischer Sicht ist Dürrenmatt selbst ein glänzender Beobachter und Psychologe, in seinen Texten mal ein scharfsinniger Denker, dann wieder ein vergnüglich fabulierender Schwärmer.

Heutige Möglichkeiten mit Zahnimplantaten: Fortschritte der letzten 10 Jahre

Di. 19.10.2021, 16.15 Uhr, Prof. em. Dr. Daniel Buser, Zahnmedizinische Kliniken der Universität Bern

Die Implantatherapie ist aus der modernen Zahnmedizin nicht mehr wegzudenken, da sie in vielen Fällen gegenüber den konventionellen Therapieformen Vorteile bietet. Die Entwicklung der modernen Implantologie der Zahnmedizin begann an den ZMK der Universität Bern mit Prof. André Schroeder anfangs der 70-er Jahre, in enger Kooperation mit Straumann. Seither sind rund 50 Jahre vergangen und es sind grosse Fortschritte erzielt worden dank der sogenannten translationalen Forschung. Ich durfte 35 Jahre meines akademischen Lebens voll involviert sein bei diesem Fortschritt, eine ganz spannende Geschichte.

Im Vortrag werden die wichtigsten Fortschritte der letzten 10 Jahre präsentiert, wie die Reduktion der Morbidität bei der Behandlung, die Verkürzung der Einheilphasen, die Verwendung von kürzeren und von dünneren Implantaten, der zunehmende Einsatz der Digitaltechnik etc.

Fazit: Die Implantatherapie ist sehr erfolgreich, aber auch anspruchsvoll und sollte speziell im chirurgischen Bereich nur durch gut ausgebildete Zahnärzte ausgeführt werden. Zudem ist eine gute Mundhygiene und eine gute Betreuung unerlässlich.

Führung durchs schweizerische Psychiatrie-Museum Bern

Do. 21.10.2021, 14.15-16.00 Uhr
PD Dr. Andreas Altorfer, Leiter des Museums

Die Führung gibt eine Zeitreise durch die Geschichte des Umgangs mit Menschen, die aus irgendeinem Grund von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden, vom Mittelalter, über die Anstalten Mitte 19. Jahrhundert, bis zur Etablierung von psychiatrischen Krankenhäusern nach 1900, Universitätskliniken bis hin zur heutigen Psychiatrie und Psychotherapie - vom Gefängnis zu einer menschenwürdigen Behandlung von psychiatrischen Krankheiten.

Überfüllte Anstalten und Wohnheime, mit tausenden von Bewohnern, Kliniken, die immer vergrössert und ausgebaut wurden, bis sich nach der Einführung von Psychopharmaka das Bild dramatisch änderte und vermehrt Patientinnen und Patienten auch ambulant betreut und neu auch psychotherapeutisch erfolgreich behandelt werden konnten.

Im Rundgang begegnen die Besucherinnen und Besucher Hinweisen auf den immensen Sammlungsbestand des Museums von Gegenständen, Anfängen der Hirnforschung auf anatomischer Basis (mit über 2'500 Sektionen von Hirnen, einer weltberühmten Zeichnungssammlung angelegt von Walter Morgenthaler anfangs 20. Jahrhundert im Rahmen von ersten Konzepten der Beschäftigung in Arbeit und Freizeit. Die aktuelle Wechselausstellung beleuchtet das Werk von Adolf Wölfli und seinen ebenfalls kreativ tätigen Kolleginnen und Kollegen und kontextualisiert diese Arbeiten mit dem Leben in der damaligen Waldau. Ein Einblick in die heutigen Möglichkeiten der psychiatrischen Behandlung stationär, teilstationär (in Tageskliniken) und ambulant rundet die Führung ab, mit eine kritischen Würdigung - Möglichkeiten und Grenzen der Psychiatrie, mit einem Ausblick in die Zukunft.

Weltraumfahrt, einst, jetzt und dereinst

Fr. 22.10.2021, 14.15 Uhr, Prof. em. Dr. Kathrin Altwegg, Physikalisches Institut, Universität Bern

Der Forscher- und Eroberungsdrang der Menschheit sind und waren Treiber für die Entwicklung der Menschheit seit den Anfängen. Wer möchte nicht manchmal hinauf fliegen zu den Sternen, der Sonne entgegen, sich in den unendlichen Weiten des Alls verlieren?

Im Vortrag werde ich die Geschichte der Weltraumfahrt, ihre Höhen und Tiefen, ihren Sinn und Unsinn erläutern und auch einen Blick in die Zukunft wagen. Mit dem Rennen zum Mond hat die Weltraumfahrt richtig Fahrt aufgenommen als Stellvertreter-Krieg zwischen zwei Nationen. Heute sind wir wieder an einem ähnlichen Punkt. Allerdings mischen nun auch Privatpersonen mit. Was nützt uns Weltraumfahrt? Bemannt oder unbemannt? Wo sind ihre technischen und ethischen Grenzen? Diese und ähnliche Aspekte sollen unter die Lupe genommen werden.

Pathologie: von der Lehre des Leidens zur personalisierten Medizin

Di. 26.10.2021, 16.15 Uhr, PD Dr. Yara Banz, Institut für Pathologie, Universität Bern

Pathologie – die Lehre des Leidens, so der ursprüngliche griechische Begriff. Pathologie - ein medizinisches Fachgebiet, wo es um die Lehre von krankhaften und abnormalen Vorgängen und Zuständen im Körper geht und der Versuch die Herkunft dieser Veränderungen zu identifizieren. Pathologie – im Rausch der komplexen molekularen Analysen, der Digitalisierung, der artifiziellen Intelligenz und der personalisierten Medizin. Was war die Pathologie? Was ist sie nicht (mehr)? Und wo führt sie hin? In diesem Vortrag geht es um die Vorstellung eines Fachgebietes, welches für viele in einem dunklen Keller stattfindet, jedoch im reellen Alltag viele von uns als Grundpfeiler in der medizinischen Diagnostik und Therapie begegnen wird – oft, auch ohne, dass wir es wissen.

Staatsbürgerinnen mit Stimmrecht: Weshalb es in der Schweiz so lange dauerte

Fr. 29.10.2021, 14.15 Uhr, Prof. em. Dr. Brigitte Studer, Historisches Institut, Universität Bern

Eine «Androkratie» sei die Schweiz, eine Männerherrschaft, keine Demokratie, schreibt Louis Bridel 1884. Der Genfer Professor der Rechte widerspricht damit der Charakterisierung der Schweiz als «älteste Demokratie der Welt», auf welche sich die Politiker im 20. Jahrhundert gerne bezogen. In Wahrheit war es gerade umgekehrt: Werden auch die Frauen zum Volk gezählt, war die Schweiz die jüngste Demokratie Europas. Die Schweizerinnen mussten bis 1971 warten, bis sie politisch mitreden durften. Der Vortrag fragt, welche Hindernisse sie zu überwinden hatten, um Gerechtigkeit und Menschenrechte zu erlangen, und weshalb der Durchbruch zur politischen Gleichberechtigung schliesslich gelang. Darüber hinaus geht es um die grundsätzliche Frage, wie Machtverhältnisse und Demokratie zusammenhängen.

Hirnblutung: Wenn der Kopfschmerz zur Gefahr wird

Di. 02.11.2021, 16.15 Uhr, PD Dr. Lukas Andereggen, Klinik für Neurochirurgie, Kantonsspital Aarau

Etwa 15% aller Schlaganfälle sind auf Hirnblutungen (=hämorrhagischen Schlaganfall) zurückzuführen. Dabei kommt es entweder zu einer Einblutung ins Gehirngewebe (=intrazerebrale Blutung), oder in den sogenannten Subarachnoidalraum (= Subarachnoidalblutung). Beschwerden treten plötzlich auf, wobei viele Patienten über ungewohnte, starke Kopfschmerzen (sekundäre Kopfschmerzsyndrom) klagen.

Dieser Vortrag umfasst die Ursachen, Abklärung und neusten Behandlungsmöglichkeiten bei der Hirnblutung, sowie die typischen Alarmzeichen des damit vergesellschaftenden gefährlichen Kopfschmerzes.  

Wer schreibt, schafft Leben. Erinnern, Erzählen und glückliche Zeiten

Do. 04.11. und Do. 11.11.2021, 14.15-16.00 Uhr, Seminar
Prof. em. Dr. Brigitte Boothe, Institut für Psychologie, Universität Zürich

Im Seminar sollen Theorie und Praxis biografischen Erzählens vorgestellt und ins Gespräch gebracht werden. Vor allem aber werden wir erinnernd und erzählend eine Reise in den Kontinent des guten Lebens unternehmen, soll Thema werden, wie sich im eigenen Leben Glück einstellt(e), ob und wie Zuversicht und Vertrauen entstanden und entstehen, wie und wann Freude entstand und entsteht.
Dass zum Licht der Schatten gehört, versteht sich. Zur erzählten Erfüllung, zu den erzählten Wundern des Alltags gehört auch die andere Seite, gehören auch Schmerz, Angst und Trauer.

Es geht um das mündliche und schriftliche Erinnern an glückliche Zeiten; und weil wir auch Erfahrung mit Strategien und Formen des Erzählens machen wollen, werden wir die - sehr ernst zu nehmende! - Poesie des Happy Ends diskutieren und sie schreibend zu erproben.

Ins Seminar - keineswegs nur für Glückspilze - sind alle eingeladen, denen das Erzählen als Medium des guten Lebens am Herzen liegt.

Teilnehmende können mir gern vorab schriftliche Fragen zusenden, denen im Seminar Raum gegeben werden soll; auch vorab zugesandte eigene Erzählungen oder Leseeindrücke sind willkommen: brigitte.boothe@uzh.ch

Anthologie mit neuen Erzählungen der Friedrich-Dürrenmatt-Gastprofessor*innen

Fr. 05.11.2021, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Oliver Lubrich, Institut für Germanistik, Universität Bern und Dr. Reto Sorg, Leiter Robert-Walser-Zentrum, Bern

Am 5. Januar 2021 wäre Friedrich Dürrenmatt einhundert Jahre alt geworden. Zugleich ging die Friedrich Dürrenmatt Gastprofessur für Weltliteratur an der Universität Bern in ihr fünfzehntes Semester. Ein doppeltes Jubiläum, aus dessen Anlass die bisherigen Gastprofessorinnen und Gastprofessoren neue Erzählungen verfasst haben, die sich mit einem Leitthema von Dürrenmatt auseinandersetzen: dem Verhältnis des Kleinen zum Grossen, des Eigenen zum Universalen, des Dorfes zur Welt. Zustande gekommen ist die Anthologie Vom Dorf um die Welt und zurück: eine Reise durch die gegenwärtige Weltliteratur – angeregt von Dürrenmatt und ausgehend von Bern. Beteiligt sind Lizzie Doron (Israel), Juan Gabriel Vásquez (Kolumbien), Mathias Énard (Frankreich), Joanna Bator (Polen), Lukas Bärfuss und Peter Stamm (Schweiz) u. v. a. Die Herausgeber Oliver Lubrich und Reto Sorg präsentieren die literarische Neuerscheinung, lesen ausgewählte Passagen und geben Einblicke hinter die Kulissen ihrer Arbeit.

Hohe Türme und dicke Mauern. Die mittelalterliche Burg - ein Bauwerk und seine Bewohner neu betrachtet

Di. 09.11.2021, 16.15 Uhr, PD Dr. Armand Baeriswyl, Institut für Archäologische Wissenschaften, Universität Bern

Burgen, Schlösser und Ruinen gehören zu den markantesten Bauwerken der Vergangenheit. Sie sind nicht nur in der Schweiz fest im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Aber über Datierungen, Erbauer sowie Bewohnerinnen und Bewohner dominieren überholte Vorstellungen, Mythen und Legenden über Ritter, Burgfräulein und Drachenkämpfe. Der Vortragende, Mittelalterarchäologe und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Burgenvereins, wird mit vielen Beispielen den aktuellen Stand der interdisziplinären Burgenforschung präsentieren: wer wann, zu welchen Zwecken welche Arten von Burgen errichtet, bewohnt, ausgebaut, verändert und allenfalls wieder verlassen hat.

Herzschrittmacher - künstliche Motoren des Herzens gestern, heute und morgen

Fr. 12.11.2021, 14.15 Uhr, PD Dr. Andreas Häberlin, Universitätsklink für Kardiologie, Inselspital Bern

Täglich schlägt unser Herz ca. 100'000 Mal. Dies tut es aufgrund eines natürlichen Taktgebers, welcher mittels elektrischer Impulse die Herzmuskelzellen zum Schlagen anregt. Aufgrund diverser Ursachen kann die Ausbreitung dieser Impulse im Herzen gestört sein. In diesem Fall setzt das Herz aus oder schlägt nur noch sehr langsam, was z. B. zu Schwindel, Leistungsabnahme oder gar Bewusstlosigkeit führt. Ein Herzschrittmacher kann in diesem Fall die Funktion des natürlichen Taktgebers ersetzen.

In diesem Vortrag werden wir uns die Funktionsweise von Herzschrittmachern und Gründe für eine Implantation ansehen. Herzschrittmacher existieren seit mehr als 60 Jahren, in der letzten Zeit konnten aber grosse technische Fortschritte erzielt werden. Wurden früher Implantate der «Marke Eigenbau» oder gar nuklearbetriebene Schrittmacher verwendet, so können heute kleine Schrittmacherkapseln katheterbasiert ins Herz geführt werden. Entsprechend ist auch aus historisch-technischer Sicht ein Blick auf die Evolution der Technologie spannend. Schliesslich werden wir einen Ausblick in die Zukunft wagen. Wie könnten wir das Herz noch natürlicher zum Schlagen anregen? Könnten die Batterien von Herzschrittmachern nicht durch eine andere Energiequelle ersetzt werden? Kommt der biologische Schrittmacher?

Mit allen Sinnen: Wie lässt sich Sinneswahrnehmung im Mittelalter erforschen?

Di. 16.11.2021, 16.15 Uhr, Prof. Dr. Annette Kern-Stähler, Institut für Englische Sprachen und Literaturen, Universität Bern

Wir leben in einer Zeit, welche die Wiederentdeckung der Sinne feiert: Thermalbäder, Gartenanlagen und Möbelhäuser werben damit, uns ins Reich der Sinne zu entführen. Auch Museen versprechen, uns mit allen Sinnen in die Vergangenheit eintauchen zu lassen. Doch wie haben die Menschen dieser Vergangenheit Sinneserfahrungen gedeutet und bewertet? Und wie lässt sich dies erforschen? In meinem Beitrag, der in der historischen Sinnesforschung verortet ist, nehme ich die sich im Laufe der Geschichte wandelnden Bedeutungen und Werte von Sinnen und Sinneserfahrungen in den Blick. Ich lade Sie ein, mir auf eine Reise in die "Sinneswelt" der mittelalterlichen Hölle zu folgen. Anhand einer Vielzahl von Quellen - insbesondere archäologische, kunstgeschichtliche und literarische - werden wir untersuchen, welche Rolle die Sinne bei der Vorstellung der Hölle spielten, welche Sinne dabei im Vordergrund standen und wie diese im Mittelalter gedeutet wurden. Das mittelalterliche Drama steht dabei im Zentrum meiner Untersuchung. 

Krieg und Frieden - was die Notfallmedizin von den Schlachtfeldern hat lernen können

Fr. 19.11.2021, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Aristomenis Exadaktylos, Universitäres Notfallzentrum, Inselspital Bern

Hippokrates, so sagt man, erklärte in einem Gespräch: Die beste Schule für einen Chirurgen sei der Krieg. Auch wenn dies zuerst negative Gefühle hervorruft, so ist es ein Faktum, dass der Grossteil des notfallmedizinischen Fortschritts durch kriegerische Auseinandersetzungen geschaffen wurde. Der folgende Vortrag wird einige Errungenschaften der modernen Medizin und deren Ursprünge, welche sich auf kriegerische Auseinandersetzungen zurückführen lassen, näher beleuchten. Im Anschluss steht der Referent aus gegebenem Anlass auch zu Fragen zum Thema «Pandemie und Notfall» zur Verfügung.

Theatergeschichte der Schweiz: szenisches Spiel im Mittelalter

Di. 23.11.2021, 16.15 Uhr, PD Dr. Heidy Greco-Kaufmann, Institut für Theaterwissenschaft, Universität Bern

In der von Mündlichkeit und körperlicher Präsenz geprägten Kommunikationskultur des Mittelalters kam dem szenischen Spiel eine hohe gesellschaftliche Bedeutung zu. Anlässlich von Aufführungen in öffentlichen Räumen wurden Macht- und Herrschaftsverhältnisse in Szene gesetzt sowie religiöse und politische Botschaften an ein breites Publikum vermittelt. Im Zentrum des Vortrags stehen die Aufführungen der frühesten volkssprachlichen Spiele der Eidgenossenschaft, das sog. «Osterspiel von Muri» und das sog. «Donaueschinger Passionsspiel». Neben inhaltlichen und bühnentechnischen Aspekten des mittelalterlichen Theaters werden die Zusammenhänge mit Frömmigkeitspraktiken sowie kirchengeschichtlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen thematisiert.

Führung durch die Nutztierklinik

Do. 25.11.2021, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Adrian Steiner, Wiederkäuerklinik, Vetsuisse, Universität Bern

In der hinteren Länggasse auf dem Tierspitalareal gibt es einen Kuhstall. Dieser dient der Unterbringung von
Patienten der Wiederkäuerklinik der Vetsuisse-Fakultät. Es handelt sich dabei um eine «second-opinion» Institution. Das bedeutet, dass Rinder, Schafe, Ziegen und Neuweltkameliden nicht direkt über den/die Tierhalter*in, sondern nur indirekt über den/die Bestandestierarzt /-ärztin überwiesen werden können.

Wir behandeln jährlich über Tausend Patienten mit dem Hauptziel, Studierende der Veterinärmedizin in deren
klinischen Fertigkeiten auszubilden und deren vernetztes tierärztliches Denken zu fördern. Gleichzeitig unterstützen wir die Tierärzteschaft bei der Bearbeitung von «komplizierten» Fällen.

Neben dem «Spital» betreibt die Wiederkäuerklinik auch eine Bestandesbetreuung. Dabei werden 50 landwirtschaftliche Rindviehbetriebe im Beisein von Studierenden regelmässig besucht und bezüglich Tiergesundheit beraten, mit dem Ziel der Gesunderhaltung der Herde und der Geringhaltung des Medikamenteneinsatzes.

Die Schweiz als Migrationsland. Ein zentrales Thema der Gegenwart in geschichtlicher Perspektive

Fr. 26.11.2021, 14.15 Uhr, Prof. Dr. André Holenstein, Historisches Institut, Universität Bern

Der Vortrag stellt in einem weit ausholenden Tour d’Horizon wichtige Tatsachen der Schweizer Migrationsgeschichte vor und will damit einen Eindruck von der langen Dauer, der Komplexität und Bedeutung des Faktors Migration für die Schweizer Geschichte vermitteln. Daraus sollen generelle Einsichten und Schlussfolgerungen zum Umgang mit dem Phänomen Migration gewonnen werden.

Diese Folien sind nicht ohne die Einwilligung von Prof. Holenstein anderweitig zu verwenden

Vorausplanen? Will ich! Dem Lebensende ins Auge sehen

Di. 30.11.2021, 16.15 Uhr, Prof. Dr. Steffen Eychmüller, Universitäres Zentrum für Palliative Care, Inselspital Bern

Das Thema der gesundheitlichen Vorausplanung wird öffentlich zunehmend diskutiert. Patientenverfügungen und Vorsorgeaufträge sind nicht zuletzt durch die Corona- Pandemie zu Dokumenten geworden, die man erstellt haben sollte. Doch wann und wie macht man dies – und mit wem? Der Vortrag zeigt ein Vorgehen in der Praxis, das über viele Jahre am Inselspital in Bern ausgearbeitet wurde, und nun für alle zur Verfügung steht. Es wird durchaus auch kritisch reflektiert, was vorausplanbar ist, und was nicht. Klar ist, dass das Sprechen über das Lebensende nicht nur hilft, die eigenen Wünschen und Präferenzen im Fall einer gesundheitlichen Krise bekanntgegeben zu haben, sondern auch, dem eigenen Leben mehr Intensität zu verleihen.

 

Die Kunst der Politik. Oder wie man in der Politik - und auch sonst - zu tragfähigen Lösungen kommt

Fr. 03.12.2021, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Bernhard Pulver, Präsident Insel Gruppe, ehem. Regierungsrat, Dozent am KPM, Universität Bern

Der ehemalige Regierungsrat Bernhard Pulver, heute Präsident der Insel Gruppe und Honorarprofessor für «politische Steuerung» an der Universität Bern, wird in seinem Vortrag berichten, mit welcher Grundhaltung und mit welchen Methoden er in der Politik tragfähige Lösungen gesucht und entwickelt hat. Auch im so genannten «Haifischbecken der Politik» könne man mit Vertrauen und Zusammenarbeit die besten Ergebnisse erreichen, so Bernhard Pulver. Die Erfahrungen zeigen einiges über politische Mechanismen auf, sind aber eigentlich für viele Lebenssituationen anwendbar.

Gewinner*innen des Förderpreises der Seniorenuniversität Bern 2021 berichten über ihre Forschung

Di. 07.12.2021, 16.15 Uhr, Moderation: Prof. Dr. med. Andreas Stuck, Geriatrie, Inselspital Bern

Die Seniorenuniversität Bern hat ihre diesjährigen Förderpreise für herausragende Forschungsarbeiten an zwei junge Forscherinnen der Universität Bern vergeben:

Frau Brigitte Kaufmann erhält den Förderpreis für die beste Dissertation für ihre Forschung am ARTORG Center for Biomedical Engineering Research der Universität Bern, an der Universitätsklinik für Neurologie am Inselspital Bern in Kooperation mit dem Luzerner Kantonsspital. In ihrer Forschungsarbeit hat Frau Kaufmann die visuelle Aufmerksamkeit bei Patienten und Patientinnen nach einem Schlaganfall untersucht. Dabei konnte sie aufzeigen, dass spezielle Messungen der Augenbewegungen dazu beitragen können, gezieltere Massnahmen in der Rehabilitation im Alter durchzuführen.

Frau Rahel Schärli erhält den Preis für die beste Masterarbeit für ihre Forschung am Institut für Psychologie der Universität Bern. Frau Schärli führte dazu eine Studie durch bei einer Gruppe von über 65-jährigen älteren Personen zur Förderung der körperlichen Aktivität. In ihrer Arbeit untersuchte sie, ob ein tragbarer Bewegungssensor und ein Smartphone ältere Menschen motivieren kann, körperlich aktiv zu sein. Ihre Studie bringt interessante Erkenntnisse für die Gestaltung von Programmen zur Gesundheitsförderung im Alter.

Die Forscherinnen werden ihre Arbeiten vorstellen und dabei auch aus ihrem Forschungsalltag an der Universität Bern berichten. Prof. Dr. med. Andreas Stuck von der Geriatrischen Universitätsklinik Bern, wird die Beiträge moderieren. Die jungen Forscherinnen freuen sich auf den Anlass und sind gespannt auf Ihre Fragen!

Wie erreiche ich meine (Gesundheits-)Ziele?

Fr. 10.12.2021, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Claudio Nigg, Institut für Sportwissenschaft, Universität Bern

Unsere Gesundheit ist unsere Lebensgrundlage, und hängt mit unserem Wohlbefinden, unser Energielevel und unserer Lebensqualität zusammen. Wir selbst können durch unseren Lebensstil und unsere alltäglichen Entscheidungen unsere Gesundheit beeinflussen. Häufig nehmen wir uns daher, gerade auch zu einem anstehenden Jahreswechsel, neue (Gesundheits-)Ziele vor die wir anstreben möchten. Aber warum fällt es uns häufig so schwer diese Ziele in die Tat umzusetzen? In diesem Vortrag werden  Strategien vorgestellt, welche wir nutzen können, um unsere Ziele tatsächlich zu erreichen und nicht wieder aufzuschieben.

Die alttestamentlichen Sintfluterzählungen und ihre altorientalischen Parallelen

Di. 14.12.2021, 16.15 Uhr, Prof. Dr. Andreas Wagner, Institut für Altes Testament, Universität Bern

Das Thema „Flut/Sintflut/Sündflut“ der Bibel bzw. des Alten Testaments bewegt seit Jahrtausenden die Menschheit. Das Thema findet sich in der Bibel im 1. Buch Mose bes. in den Kapiteln 6-9 (zur vorbereitenden Lektüre empfohlen!). In Zeiten, die von grossen Heimsuchungen geplagt sind (heute denken viele an die Corona-Pandemie oder die Klimakatastrophe), entfaltet das alttestamentliche Thema häufig seine Aktualität. Gerne möchte ich Ihnen vor Augen führen, was die modernen Erkenntnisse über diese biblischen Texte sind. Dazu ist es eine grosse Hilfe, dass wir seit ca. zwei Jahrhunderten auch ältere Fluterzählungen aus dem Bereich des alten Zweistromlandes kennen. Sie helfen uns, hinter die Eigenarten der biblischen Fluterzählungen zu kommen. In der Tat handelt es sich schon im Alten Testament  um zwei Erzählungen mit unterschiedlicher Prägung, die ganz bestimmte Aussagen verfolgen. Tauchen wir also einen  Nachmittag lang in die altorientalisch-alttestamentliche Welt ein und lassen uns den alten Erzählungen inspirieren!

Weihnachtskonzert 2021 der Seniorenuniversität Bern

Fr. 17.12.2021, 14.15 Uhr, Meret Lüthi, Julian Behr, Orchester für alte Musik Bern „Les passions d’âme“

Die Geigerin und künstlerische Leiterin von Les Passions de l`Âme, Meret Lüthi und der Lautenist Julian Behr präsentieren die fünf freudenreichen Sonaten aus dem Zyklus der «Rosenkranzsonaten» von Heinrich Ignaz Franz Biber.

Meret Lüthi: Barockvioline in verschiedenen Stimmungen, Julian Behr: Laute
Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 1704)

• Sonate I für Violine und Basso continuo, Die Verkündigung
d-Moll; Violine in Normalstimmung
(Praeludium – Variatio – Aria allegro – Variatio – Adagio – Finale)

• Sonate II für Violine und Basso continuo, Die Heimsuchung
A-Dur; Skordatur: a-e'-a'-e"
(Sonata – Presto – Alaman: – Presto)

• Sonate III für Violine und Basso continuo, Geburt Christi
h-Moll; Skordatur: h-fis'-h'-d"
(Sonata – Presto – Adagio – Courente – Double – Adagio)

• Sonate IV für Violine und Basso continuo,Darstellung im Tempel
d-Moll; Skordatur: a-d'-a'-d"
(Ciacona – Adagio – Presto – Adagio)

• Sonate V für Violine und Basso continuo, Auffindung im Tempel
A-Dur; Skordatur: a-e'-a'-cis"
(Praeludium – Presto – Allaman: – Guigue – Saraban: – Double)

Vernetzte Welten: barocke Kunst in der Schweiz

Di. 21.12.2021, 16.15 Uhr, Frau Prof. em Dr. Christine Göttler, Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern

1673 begegneten sich im Haus des Baslers Sammlers und Gelehrten Sebastian Faesch (1647–1712) drei Männer, deren Wege sich fortan in vielfältiger Weise kreuzen sollten. Es handelte sich um den französischen Arzt und Numismatiker Charles Patin (1633–1693), der sich nach seiner Flucht aus dem Paris Ludwigs XIV. und ausgedehnten Reisen für kurze Zeit in Basel niederließ; den Berner Antiquar und Numismatiker Andreas Morell (1646–1703), der nicht nur ein bemerkenswertes historisches und philologisches Wissen, sondern auch eine im Zeichnen geübte Hand und ein geschultes Auge besaß; und den Maler Wilhelm Stettler (1643–1708), der durch Morells Vermittlung auch für Patin Münzen abzeichnete und diesen auf seiner Reise nach Padua begleitete. Patin, Faesch, Morell und Stettler gehörten zu jener internationalen Gruppe der curieux (und curieuses), welche die barocke Sammelkultur und die neue Wertschätzung (graphischer) Künste entscheidend bestimmte.

Eine Miniatur Stettlers und ein bisher nicht veröffentlichter Brief Morells dient als Ausgangspunkt, um die Wissbegierde gelehrter Männer und Frauen im späteren 17. Jahrhundert genauer zu definieren. Die bisher kaum beachteten Aufzeichnungen Patins und Stettlers vermitteln einen Einblick in die Sammlungen in Wien, Innsbruck, Amsterdam, London, Dresden, München, Bern und Basel, sowie die Ausgrabungen in Augst und Kaiseraugst. Neben einer Reihe anderer Werke werden auch die in Augsburg entstandenen Zeichnungen und Miniaturen des Berner Malers Joseph Werner neu in den Blick genommen. Ein Buch in Stettlers Besitz ermöglicht neue Überlegungen zur Rolle der Frau in den Wissenschaften und Künsten.

Ein Handout mit den wichtigsten Angaben wird im Verlauf des 20. Dezembers hier bereitgestellt werden.

Das erste Bild eines schwarzen Lochs

Fr. 25.02.2022, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Maurizio Falanga, Physikalisches Institut, Universität Bern

Es wird angenommen, dass die meisten Galaxien in ihrem Zentrum massereiche schwarze Löcher beherbergen. Schwarze Löcher sind Orte ohne Wiederkehr – ihre enorme Schwerkraft verschluckt selbst das Licht. Aus diesem Grund ist es bisher noch nie gelungen, ein Schwarzes Loch direkt sichtbar zu machen. Doch jetzt haben Astronomen diesen Meilenstein geschafft: Mithilfe des „Event Horizon Teleskops“ – einem weltweiten Zusammenschluss von Radioteleskopen – haben sie die erste Aufnahme vom Ereignishorizont des zentralen Schwarzen Lochs in der Galaxie M87 erstellt. Das Foto zeigt klar erkennbar den hellen Ring des Ereignishorizonts um den dunklen Schatten des Schwarzen Lochs. Und es enthüllt auch die Masse dieses Schwerkraftgiganten im Herzen der Galaxie. Haben wir auch bald ein Bild des zentralen Schwarzen Lochs unserer Milchstrasse?

Von guten und bösen Strahlen: Errungenschaften heutiger Strahlentherapie in der Krebsbehandlung

Fr. 04.03.2022, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Daniel Aebersold, University Cancer Center, Inselspital Bern

Die Entdeckung der Röntgenstrahlung liegt mehr als 120 Jahre zurück. Praktisch von Beginn weg wusste man diese Form der Bestrahlung auch für medizinische Zwecke zu nutzen. So wurde nicht nur deren Potential für die Sicht in das Innere des Körpers erkannt, es zeigte sich auch, dass die Strahlung therapeutische Wirkung auf Körpergewebe erzielt. Die anfängliche Euphorie wich allerdings schon bald einer vorsichtigeren Beurteilung dieser neuartigen Behandlungsform: Es traten auch unerwünschte Wirkungen auf, die den medizinischen Einsatz der Strahlung eng begrenzten. Die letzten hundert Jahre waren geprägt von einer enormen technologischen Entwicklung der Strahlentherapie mit immer präziserer Anwendung. Dazu wuchs das Wissen um die genauen Mechanismen der Strahlenwirkung. Dies legte die Basis für die heutige Bedeutung der Strahlentherapie in der Krebsmedizin als einer der drei zentralen therapeutischen Säulen. Wie geht die Entwicklung weiter angesichts der Erfolge der molekularen Präzisionsmedizin?

Erbrecht - Zweck und tragende Grundsätze

Fr. 18.03.2022, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Stephan Wolf, Institut für Notariatsrecht, Universität Bern

Das schweizerische Erbrecht ist geregelt im Zivilgesetzbuch, als dessen Dritter Teil, in den Bestimmungen der Art. 457-640 ZGB. Erbrecht ist ein besonderes Rechtsgebiet. Es regelt das Schicksal unseres Vermögens – der Aktiven und der Passiven – ab dem Moment unseres Ablebens. Mit dem Tod endet die Persönlichkeit des Menschen und der Verstorbene wird zum Erblasser. Der Erblasser ist die Hauptperson im Erbrecht. Ihm gegenüber stehen die Erben als die Nachfolger in die vererblichen Rechte und Pflichten des Erblassers. Im Vortrag werden – jeweils unter Bezugnahme auf ein konkretes Beispiel – die Rechtslage nach dem Tod eines Menschen, die Zwecke des Erbrechts, die Bestimmung der Erben sowie die zentralen Grundsätze des Erbrechts vorgestellt.

Arterienverkalkung der hirnversorgenden Arterien

Fr. 25.03.2022, 14.15 Uhr, PD Dr. Mirjam Heldner, Stroke Center, Neurozentrum, Inselspital Bern

Die Arterienverkalkung der hirnversorgenden Arterien ist eine Erkrankung der Blutbahnen. Die Krankheit führt mit der Zeit durch Ablagerungen zu einer Verengung oder Verstopfung von Arterien, welche das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Eine Arterienverkalkung wird durch Veranlagung sowie durch Rauchen, hohes Cholesterin, hohen Blutdruck, Zuckerkrankheit, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, psychosoziale Belastung und durch weitere Risikofaktoren  begünstigt.

Verengte oder verstopfte Arterien sind einer der häufigsten Gründe für Hirnschläge. In der Schweiz treten jährlich etwa 16'000 Hirnschläge auf. Ein viertel der Betroffenen wird wieder selbständig ohne bleibende Folgen. Ein viertel wird mit wenig Unterstützung selbständig in den Alltagsaktivitäten. Ein viertel bleibt pflegebedürftig aufgrund von Behinderungen und ein viertel stirbt.

Das Risiko der Arterienverkalkung nimmt ab etwa 30 Jahren fortlaufend zu. In jüngeren Jahren sind Männer häufiger von der Erkrankung betroffen als Frauen. Dies gleicht sich im höheren Alter allerdings aus. Der Entstehung der Arterienverkalkung kann man am besten mit einem gesunden Lebensstil entgegenwirken. Hierzu zählen ein Rauchverzicht, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmässige Entspannung. Bei der Behandlung der Arterienverkalkung steht die Therapie der Risikofaktoren auch im Vordergrund, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Verstopfte Gefässe können auch durch einen Eingriff erweitert oder der Kalk kann chirurgisch herausgeschnitten werden.

Führung durch das Stroke Center des Inselspitals Bern

Do. 31.03.2022, 14.15 - 15.45 Uhr, PD Dr. Mirjam Heldner, Stroke Center, Neurozentrum, Inselspital

Möchten Sie hinter die Kulissen des Berner Universitätsspitals schauen und erfahren, wie das grösste Hirnschlagzentrum der Schweiz, Bern, an dem jährlich mehr als 3000 PatientInnen behandelt werden, funktioniert?

Der Hirnschlag ist hierzulande die häufigste Ursache für vorzeitigeBehinderung, der zweithäufigste Grund zu sterbenund die dritthäufigste Ursache für Demenz. Pro Jahr treten in der Schweiz ca. 16'000 Hirnschläge auf. Zu einem Hirnschlag kommt es, wenn die Blutzufuhr zum Gehirn unterbrochen ist. Jeder fünfte stirbt, jeder vierte bleibt behindert. Ein Hirnschlag ist ein Notfall. Tritt ein Hirnschlag auf, so gilt es, sofort den Notruf zu alarmieren. Bestätigt das beim Betroffenen eintreffende Notfallteam ein Hirnschlagverdächtiges Ereignis, so erfolgt die sofortige Verlegung auf die Notfallstation in ein auf Hirnschlag spezialisiertes Spital. Ergeben die Untersuchungen dort einen Hirnschlag und wird eine Hirnblutung ausgeschlossen, so fällt das betreuende Ärzteteam den Entscheid, ob der Patient von einer Notfalltherapie profitieren könnte. Zur Verfügung steht einerseits eine spezielle Blutverdünnung über die Venen (sogenannte intravenöse Thrombolyse) und/oder eine mechanische Entfernung des verstopfenden Blutklumpens über einen von der Leiste ins Hirn über die Gefässe geführten Draht (sogenannte endovaskuläre Therapie). Nach der Notfallbehandlung gilt es, das Risiko einer weiteren Verschlechterung der aufgetretenen Behinderung zu vermindern und die Erholung zu fördern. Es erfolgt die Aufnahme auf die Intensiv-, Überwachungsstation oder auf die Hirnschlagabteilung. Dort erfolgt eine engmaschige Betreuung durch ein spezialisiertes Team. Bereits am ersten Tag nach dem Hirnschlag beginnt meistens eine Physio- und Ergotherapie sowie gegebenenfalls eine Sprach-/Sprechtherapie. Zur Vorbeugung weiterer Durchblutungsstörungen ist es zentral, die Ursache des stattgehabten Hirnschlags zu suchen und längerfristige Massnahmen einzuleiten. Betroffene erhalten meistens blutverdünnende Medikamente. Auch werden sämtliche Risikofaktoren, die einen Hirnschlag begünstigen, optimal behandelt und der Patient und seine Angehörigen darüber und über einen gesunden Lebensstil aufgeklärt.

Geheimnisse und ihr Stellenwert für ein gelungenes Leben

Fr. 01.04.2022, 14.15 Uhr, Prof. em. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello, Institut für Psychologie, Universität Bern

Was Geheimnisse sind, wissen wir – und wir alle haben welche. Aber welche Rolle spielen sie für ein gutes, gelungenes Leben? Auch wenn Geheimnisse zumeist mit Misstrauen, Verbotenem und sensationslüsterner Neugier assoziiert werden, sind sie häufig notwendig und nützlich. Das soziale Miteinander würde nicht mehr funktionieren, wenn es keine Geheimnisse geben dürfte, denn die absolute Wahrheit wäre in vielen Fällen unerträglich. Auch wenn die meisten Geheimnisse eine wichtige Schutz- und identitätsstiftende Funktion haben und privat bleiben dürfen, sind viele andere extrem belastend. Im Vortrag werden Motive und Funktion von Geheimnissen in den verschiedenen Lebensphasen ausgeleuchtet und der Stellenwert von Selbstoffenbarung und Vertrauen für das psychische Wohlbefinden diskutiert.

Mikroelektronik – vom Transistorradio zur Smart Watch

Do. 07.04.2022, 14.15-16.00 Uhr, Seminar, Dr. Arthur Descombes, ehem. Technical Leader (CTO) bei EM Microelectronic Marin

Grundfunktion und Aufbau eines vereinzelten Transistors werden kurz erklärt. Anhand dessen Struktur wird die sogenannte Integrierte Schaltung abgeleitet, d.h. wie man mehrere Transistoren auf demselben Silizium zu einem Microchip vereinigen kann. Es folgt eine kurze Erläuterung der Microchip-Technologie: Masken, Wafer-Fabrikation, Montageformen (‘Käfer’ u.a.). Danach erfährt man in einem geschichtlichen Abriss etwas über die rasante Entwicklung dieser Technologien, von der Erfindung des Transistors bis zu den heutigen komplexen Chips. Dabei kommt man nicht um das «Moor’sche Gesetz» herum. Neben der internationalen Entwicklung wird kurz auch auf diejenige in der Schweiz eingegangen, u.a mit ein paar Angaben zur Firma EM Microelectronic Marin. Mit einem Blick in die Zukunft und ein paar eher philosophischen Gedanken endet der Vortrag.

Heidnischer Kult und christlicher Glaube: die Höhle in Zillis GR zwischen Spätantike und Frühmittelalter

Fr. 08.04.2022, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Christa Ebnöther, Institut für Archäologische Wissenschaften, Universität Bern

Nahe der bis weit ins Mittelalter wichtigen transalpinen Verkehrsachse über die Pässe Splügen und San Bernardino im Gebiet der heutigen Gemeinde Zillis-Reischen GR befindet sich eine Halbhöhle. Nachdem in den 1990er Jahren Schulkinder hier beim Spielen Menschen- und Tierknochen entdeckt hatten, veranlasste der Archäologische Dienst des Kantons Graubünden umgehend eine mehrmonatige präventive Ausgrabung. Die dabei zutage gebrachten Baureste und Funde stellen europaweit fast einzigartige Zeugnisse zu den Glaubenswelten zwischen der Spätantike und dem frühen Mittelalter dar. Verschiedene Indizien weisen darauf hin, dass die Höhle zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert n. Chr. als Versammlungsort einer geheimen Kultgemeinschaft diente, die hier Rituale für eine orientalischen Gottheit durchführten. Spätestens im 6. Jahrhundert n. Chr. wurde die Höhle zunächst möglicherweise zur Wirkungsstätte einer christlichen Gemeinschaft oder eines Eremiten und etwas später entstand hier ein kleiner Friedhof, der bis ins 10. Jahrhundert genutzt wurde.

Bessert die Altersschwerhörigkeit bei Behandlung?

Fr. 29. April 2022, 14.15 Uhr, Dr. Mattheus W. Vischer, HNO-Klinik, Universitätsspital Bern

Im ersten Teil wird die Funktion des Gehörs anschaulich illustriert mit der Anatomie des äusseren Ohres, des Mittelohres und des Innenohres, insbesondere des Corti’schen Organs, und mit Erklärung zellulärer Mechanismen der Schall-Verarbeitung und der Erregung des Hörnervs, der neuralen Verschaltung in den Kerngebieten des Mittelhirns und der Gehör spezifischen Areale im Grosshirn, der sogenannten Hörrinde.
Im klinischen Alltag dienen subjektive und objektive Testmethoden zur Bestimmung der Hörschwelle.

Der zweite Teil behandelt verschiedene Formen und Ausprägungen der Schwerhörigkeit und ihre Folgen: Mittelohrschwerhörigkeit, Innenohrschwerhörigkeit, angeboren oder erworben, akut aufgetreten oder allmählich entstanden, Rückzug, Vereinsamung, Verlust kognitiver Fähigkeiten, demenzielle Entwicklung.

Im dritten Teil werden therapeutische Möglichkeiten zur Behandlung der Schwerhörigkeit erläutert: wann sind chirurgische Eingriffe in Erwägung zu ziehen? Wann die Anpassung von Hörgeräten? Welche ergänzende Massnahmen stehen zur Auswahl?

Geldanlage: ein Rückblick als Akademiker und Privatanleger

Fr. 06. Mai 2022, 14.15 Uhr, Prof. em. Dr. Claudio Loderer, Institut für Finanzmanagement, Universität Bern

  • Den Inhalt des Referats bilden Erkenntnisse, die ich als Akademiker, ehemaliger Verwaltungsrat von Finanzinstitutionen und privater Anleger gesammelt habe, und die für private Investoren ohne grosse Vorkenntnisse von Interesse sein könnten.
  • Ich werde insbesondere die folgenden Themen behandeln:
    • Was ist Risiko und was bringt Risiko-Diversifikation?
    • Welcher Zusammenhang besteht zwischen Risiko und Rendite?
    • Welche Bedeutung hat die Fremdfinanzierung einer Anlage?
    • Wie (wenn überhaupt) findet man über- und unterbewertete Aktien?
    • Was ist Markteffizienz?
    • Lohnen sich nachhaltige Anlagen finanziell?
    • Wie können Erkenntnisse der Behavioral Finance Private Anleger helfen?
    • Welche Bedeutung spielen Transaktionskosten und Liquidität bei der Geldanlage?
    • Konkrete Tipps für die Zuhörer.

Der Heilige Vinzenz und das Berner Münster

Do. 12.05.2022, 14.15-16.00 Uhr, Führung im Berner Münster, Dr. Maria Lissek, Theologin, Institut für historische Theologie, Universität Bern

Die Geschichte des frühen Christentums hat eine Vielzahl von Heiligen hervorgebracht. Viele, wie der heilige Martin von Tours, sind weitläufig bekannt, andere genossen zwischen Spätantike und Mittelalter hohes Ansehen und sind heute in Vergessenheit geraten. Zu diesen zählt auch Vinzenz von Saragossa, ein Märtyrer aus dem 4. Jahrhundert. Ihm wurde im Mittelalter das Berner Münster geweiht und bis zur Reformation war er der Stadtpatron Berns. In der Führung begeben wir uns auf die heute noch sichtbaren und unsichtbaren Spuren des Heiligen Vinzenz im Berner Münster, betrachten seinen Lebensweg und gehen der Frage nach, warum der Spanier im Mittelalter in Bern populär war.

Nierensteine bei Jung und Alt

Fr. 13. Mai 2022, 14.15 Uhr, Prof. Dr. Daniel Fuster, Universitätsklinik für Nephrologie und Hypertonie, Inselspital Bern

Nierensteine sind ein häufiges Gesundheitsproblem, das in den letzten Jahrzehnten weltweit stark zugenommen hat. Nierensteinabgänge sind ausgesprochen schmerzhaft und ein traumatisches Erlebnis für die Betroffenen. Aufgrund der Häufigkeit und dem hohen Rückfallrisiko verursachen Nierensteine zudem enorme direkte und indirekte Kosten. Eine sichere, effektive und kostengünstige Vorbeugung ist daher äusserst wünschenswert. Sowohl diätetische als auch medikamentöse Ansätze werden dafür eingesetzt. Leider ist die Datenlage für all diese Vorbeugungsmassnahmen dürftig. Dank der Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds konnten wir die schweizweite Doppelblindstudie NOSTONE zur Vorbeugung von Nierensteinrückfällen durchführen (www.nostone.ch). Die Resultate dieser grössten je durchgeführten Studie im Bereich Nierensteinprävention sind seit kurzem vorhanden.  Die NOSTONE Studienresultate schliessen eine grosse Wissenslücke und werden die Behandlung von Nierensteinpatienten weltweit beeinflussen. In meine Vortrag werde ich ihnen das Krankheitsbild, mögliche Ursachen und Behandlungsstrategien sowie die NOSTONE Studienresultate vorstellen.

Hochwasserrisiken gehen uns alle an

Fr. 20. Mai 2022, 14.15 Uhr, Prof. em. Dr. Rolf Weingartner und Rouven Sturny, Mobiliar Lab für Naturrisiken Uni Bern

Ja, Hochwasser und deren Risiken gehen uns alle an; denn jede siebente Person in der Schweiz wohnt in einem von Hochwasser gefährdeten Gebäude. Hochwasser entstehen aus dem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher Prozesse in Raum und Zeit. Daraus resultieren Hochwasser unterschiedlicher Intensität und Gefährlichkeit. Beim Hochwasserschutz genügt eine alleinige Berücksichtigung der Hochwassergefahr allerdings nicht (mehr), wie der Blick auf die neuere Geschichte des Hochwasserschutzes belegt. Wie in vielen andern Bereichen ist auch hier eine ganzheitliche Betrachtung und Massnahmenplanung unabdingbar, um zu nachhaltigen Schutzmassnahmen zu gelangen. Insbesondere sind auch die Hochwasserrisiken miteinzubeziehen, die sich aus den möglichen Hochwasserschäden ableiten lassen. Die am Mobiliar Lab der Uni Bern entwickelten Werkzeuge unterstützen diese gesamtheitliche Betrachtungsweise nicht nur auf vielfältige Art und Weise, sondern sie zeigen auch Handlungsoptionen auf.