Seniorenuniversität (D)

Vorschau

Hier finden Sie Hinweise auf kommende Vorträge. Die Zusammenfassungen sollen Ihnen helfen, die Ihnen besonders zusagenden Veranstaltungen nicht zu verpassen! Soweit möglich werden wir auch Links zu den Webseiten der Vortragenden angeben.

 

(Sonderveranstaltung, nur für Mitglieder der Seniorenuniversität)
Donnerstag, 19. April 2018, 14.15–16.00 h
Universität Hauptgebäude Raum 304 (3. OG)

Die 2000 Sprachen Afrikas (Seminar)

Prof. em. Dr. Rupert Moser, Institut für Sozialanthropologie,
Universität Bern

Die 2000 Sprachen, fälschlicherweise oft Dialekte genannt, sind im Gegensatz zu Dialekten wechselseitig nicht verständlich, haben einen ungefähr gleich grossen Wortschatz und eine gleich grosse grammatikalische Redundanz wie die uns vertrauten europäischen. Ein Drittel ist noch kaum bekannt und klassifiziert; zwei davon hat der Referent in Tanzania aufgenommen und dokumentiert. Man kann die Sprachen grob in drei Sprachfamilien gliedern, wovon zwei nur in Afrika anzutreffen sind, eine jedoch mit eurasischen Sprachen in Verbindung steht. Trotz ganz unterschiedlichem Aufbau zeigen alle Sprachen gemeinsame Tiefenstrukturen. Dies soll am Schluss am Beispiel der Bantusprachen, die nicht deklinieren sondern agglutinieren und nicht nach drei Geschlechtern einteilen, sondern nach 21 asexuellen Kriterien. Der Sprachvergleich mit mir uns vertrauten Sprachen kann zu fruchtbaren Diskussionen führen.

 

Freitag, 20. April 2018, 14.15 h, HG Aula

Spiritualität im Alter – interdisziplinäre Perspektiven

Prof. Dr. Isabelle Noth, Institut für Praktische Theologie,
Universität Bern

Dass Menschen mit zunehmendem Alter religiöser werden, schlägt sich etwa im bekannten Sprichwort "mit dem Alter kommt der Psalter" nieder. Trifft dies jedoch auch heute noch zu? Werden Menschen mit dem Alter auch in industrialisierten Ländern des Westens angesichts von Traditionsabbrüchen und weltanschaulichem Pluralismus religiöser? Was wissen wir gegenwärtig über Sinnsuche und Spiritualität im Alter? Der Vortrag beleuchtet die Thematik aus einer theologisch-seelsorglichen, religionspsychologischen, erwachsenenpädagogischen und klinisch-psychologischen Perspektive.

 

Freitag, 27. April 2018, 14.15 h, HG Aula

Wo die Frauen das Sagen haben

Prof. em. Dr. Rupert Moser, Institut für Sozialanthropologie,
Universität Bern

Das Mutterrecht, das der Basler Jurist J. Bachofen 1861 in seinem gleichnamigen Werk für die frühe Antike postulierte, existiert in etwas anderer als von ihm beschriebener Form auch heute noch, ist aber durch äusseren Druck weiter stark im Rückgang begriffen. Es ist nicht einfach ein umgekehrtes Vaterrecht, es müssen ganz verschiedene Faktoren gleichzeitig zusammenspielen: Ein ganz bestimmtes Weltbild, bestimmte Heiratsregeln, Regeln der sozialen Organisation, Wohnregeln nach der Heirat, Erbfolgeregeln und weitere cultural themes. Der Referent konnte zwischen 1983 und 1986 im damals abgelegenen Südtanzania Forschungen bei dem Volk der Mwera durchführen und feststellen, dass hier durch das Zusammenspiel verschiedener Kulturzüge, die etwa die Machtakkumulation des „Mutterbruders“ verhindern, tatsächlich ein ungeschmälertes Mutterrecht existiert. Er wird uns die Kultur beschreiben; doch auch hier muss er feststellen, dass sie durch staatliche Eingriffe bereits beeinträchtigt wird.