Seniorenuniversität (D)

Vorschau

Hier finden Sie Hinweise auf kommende Vorträge. Die Zusammenfassungen sollen Ihnen helfen, die Ihnen besonders zusagenden Veranstaltungen nicht zu verpassen! Soweit möglich werden wir auch Links zu den Webseiten der Vortragenden angeben.

 

 

Freitag, 19. Mai 2017, 14.15, HG Aula

Einkommens- und Vermögensungleichheit in der Schweiz   

Ben Jann, Dr. rer.soc., Prof. für Soziologie,
WiSo Fakul-tät, Universität Bern

Obwohl die Schweiz ohne Zweifel eines der reichsten Länder der Welt ist, sind soziale Ungleichheiten auch hierzulande von zentraler Bedeutung. Zumindest in kapitalistischen Gesellschaften ist dabei Geld – in Form von Einkommen und Vermögen – eine der wichtigsten Ungleichheitsdimensionen. Zwar mag Geld allein nicht glücklich machen, trotzdem hängt der individuell realisierbare Lebensstandard entscheidend vom Saldo auf dem Bankkonto ab. Dies gilt nicht nur für die Versorgung mit materiellen Gütern, sondern auch für viele weitere Aspekte der Lebenslage wie die Qualität der Wohnsituation, die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, die Gestaltung von Ferien und Freizeit sowie die physische und psychische Gesundheit.

Viele westliche Länder haben in den letzten Jahrzehnten – nach einer Phase der wirtschaftlichen Expansion und Demokratisierung des Wohlstands in der Nachkriegszeit – eine Wende zu zunehmender Einkommens- und Vermögensungleichheit durchgemacht. Ob dies auch für die Schweiz zutrifft, lässt sich aufgrund der im internationalen Vergleich überraschend dürftigen Datenlage gar nicht so einfach beantworten. Aus diesem Grund wurde an der Universität Bern und der Berner Fachhochschule vor einigen Jahren eine Forschungsinitiative zur Erschliessung neuer Datenquellen für die Untersuchung von Einkommens- und Vermögensungleichheit lanciert. In meinem Vortrag werde ich Ergebnisse aus diesem Forschungsprojekt präsentieren und auf verschiedene Aspekte wie die Entwicklung von Einkommens- und Vermögensungleichheit über die Zeit, die Veränderung regionaler Disparitäten im Zuge des Steuerwettbewerbs, oder die Verteilung von Erbschaften eingehen.

 

Freitag, 26. Mai 2017, 14.15, HG Aula       

Sehen und Gehirn. Erkrankungen des zentralen
Nervensystems, welche das Sehen beeinflussen

Mathias Abegg, PD Dr. med. et Dr. sc. nat.,
Klinik für Augenheilkunde, Inselspital, Bern

Eine Vielzahl anatomischer Strukturen ist am Sehvorgang beteiligt. Im „afferenten“ Teil geht die Sehinformation vom Auge zu der Sehrinde des Gehirns und wird von dort an die übergeordneten Sehareale weiterverteilt. Im „efferenten System“ geht der Signalweg in die umgekehrte Richtung, das heisst vom Gehirn zum Auge: Augenbewegungen sorgen dafür, dass die Sehachsen beider Augen jeweils auf das Objekt von Interesse zu liegen kommen. Die Verarbeitung von visueller Information und die Steuerung von Augenbewegungen geschieht in einem kontinuierlichen Prozess bei dem jeweils gleichzeitig viele Areale mit jeweils unterschiedlichen Funktionen beteiligt sind.

In dieser Vorlesung werde ich Ihnen einen groben Überblick über die Prinzipien der visuellen Verarbeitung und über die Steuerung von Augenbewegungen geben. Zudem zeige ich Ihnen einige exemplarische Erkrankungen im visuellen System, welche die faszinierende Funktionsweise des menschlichen Sehens unangenehm illustrieren.

 

 

Freitag, 2. Juni 2017, 14.15, HG Aula       

Zur Prophylaxe von Tod, Schlaganfall und Blutungen
bei Patienten mit Vorhofflimmern

Steffen Gloekler, PD Dr. med.,
Klinik für Kardiologie, Inselspital Bern

Beim mit zunehmendem Alter sehr häufig vorkommenden Vorhofflimmern flimmert der Vorhof, d.h. eine reguläre Kontraktion mit Pumpfunktion dieser Vorkammer findet nicht mehr statt. Hierdurch staut sich das Blut und in den Lungenvenen staut sich das mit Sauerstoff angereichert Blut und die Hauptkammern werden durch die fehlende Vorhofaktivität nicht mehr optimal mit Blut gefüllt.
Dies führt nun einerseits zu Symptomen wie Atemlosigkeit, Müdigkeit und LeistungsIntoleranz und andererseits durch den Stau von Blut in einem Blindsack-artigen Fortsatz des Vorhofs, dem so genannten Vorhofohr, zu Blutgerinnseln. Wenn diese Blutgerinnsel embolisieren, d.h. aus dem Herzen gelöst werden, kann es durch die Verlegung einer Schlagader im Gehirn zu einem Schlaganfall kommen.
Zur Verhinderung dessen wird bei Vorhofflimmern das Blut deshalb mit so genannten Blutgerinnungshemmern "verdünnt“.
Die Blutgerinnungshemmung ermöglicht im besten Fall kein Entstehen von Blutgerinnseln und schützt somit wirkungsvoll vor Schlaganfällen. Die Kehrseite jedoch ist, dass sie lebenslang eingenommen werden muss und auch immer ein gewisses Risiko für schwere und lebensbedrohliche Blutungen beinhaltet.
Aus diesen Gründen wurde die Methode des Verschlusses des linken Vorhofohres entwickelt, Wodurch die Haupt-Quelle der Entstehung von Blutgerinnseln ausgeschaltet wird. Diese bietet gemäß der medizinischen Forschung der letzten fünf Jahre einen ebenbürtigen Schutz vor Schlaganfällen ohne jedoch lebenslang Blutgerinnung einnehmen und somit ein Blutungsrisiko in Kauf nehmen zu müssen. 
In der Vorlesung vom 2. Juni geht es im Wesentlichen um die wissenschaftliche Beleuchtung der drei Hauptprobleme von Patienten mit Vorhofflimmern und deren bestmoegliche Prophylaxe im individuellen Fall, nämlich dem Tod, dem Schlaganfall und Blutungen.