Seniorenuniversität (D)

Vorschau

Hier finden Sie Hinweise auf kommende Vorträge. Die Zusammenfassungen sollen Ihnen helfen, die Ihnen besonders zusagenden Veranstaltungen nicht zu verpassen! Soweit möglich werden wir auch Links zu den Webseiten der Vortragenden angeben.

 

Freitag, 24. November 2017, 14.15 h, HG Aula

Probleme der EU, Probleme der Schweiz und Probleme
der Beziehungen zwischen Schweiz und EU

Prof. Dr. Klaus Armingeon, Institut für Politikwissenschaft,
Universität Bern

Die inneren Probleme sowohl der EU als auch der Schweiz machen es den Akteuren zunehmend schwer, ein flexibler Verhandlungspartner der Gegenseite zu sein. Dies ist das zentrale Argument des Vortrags, in dem diese Probleme und deren Entwicklungen geschildert werden. Die EU ist damit beschäftigt, zentrifugale Kräfte zu bändigen und das erreichte Integrationsniveau zu erhalten. Die Schweiz muss die uneingestandene, aber faktische Abhängigkeit von der EU mit den Ansprüchen der Bevölkerung und der Politiker an unbeschränkter Souveränität  balancieren. Während die EU immer weniger aufgrund der inneren Probleme Zugeständnisse anbieten kann, verlangen die inneren Probleme der Schweiz zunehmend gerade diese substanziellen Zugeständnisse.

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Dienstag, 28. November 2017, 16.15 h, ExWi

Die Subsistenzkrise von 1916 bis 1918 in der Schweiz
und das «Gastspiel der Kleinen Eiszeit»

Prof. em. Dr. Christian Pfister, Historisches Institut,
Universität Bern

Bis 1916 waren die Zivilbevölkerungen in den meisten europäischen Staaten trotz kriegsbedingter Einschränkungen einigermassen über die Runden gekommen. Doch 1916/1917 brach ein Witterungsdebakel über West- und Mitteleuropa herein, das während der „Kleinen Eiszeit“ (1300 bis 1860) in ähnlicher Form wiederholt aufgetreten war und Hungersnöte nach sich gezogen hatte, letztmals 1816/17: Die Abfolge eines nass-kalten Sommers und eines eisig-kalten Frühjahrs. 1916 missrieten Getreide, Kartoffeln und die Heuernte. Im Frühjahr 1917 war das nährstoffarme Heu aufgebraucht, wodurch die Milchproduktion um 40% einbrach. Nicht zuletzt, weil die Schweiz kriegsbedingt von Lebens- und Futtermittelimporten weitgehend abgeschnitten war, stiegen die Lebensmittelpreise vom Frühjahr 1917 bis Kriegsende nahezu von Woche zu Woche, grösstenteils ohne „Teuerungszulagen“. Dazu mangelte es an Kohle. Der Vortrag schildert, wie die Behörden mit diesen Herausforderungen umgingen, welche Bedeutung ihnen für den Landesstreik vom November 1918 zuzuschreiben ist und welche Lehren die Verantwortlichen für die Bewältigung der Lebensmittel- und Energieversorgung im Zweiten Weltkrieg daraus zogen.

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Freitag, 1. Dezember 2017, 14.15 h, HG Aula

Das älter werdende Gehirn. Verlust oder auch Gewinn

Prof. Dr. Stefan Klöppel, Universitätsklinik für Alterspsychiatrie,
Universität Bern

Zum gelungenen Alter gehört der richtige Umgang mit den Herausforderungen des Alters. Die Jahre nach der Pensionierung bieten vielen Menschen die Möglichkeit bei guter körperlicher und geistiger Verfassung lange zurückgestellten Interessen nachzugehen. Erst im hohen Alter (oft über 80 Jahre) steht eine zunehmende Verletzlichkeit im Vordergrund. Über das ganze Leben hinweg ist das Gehirn lernfähig, jedoch müssen die Veränderungen des Alters berücksichtigt werden.

Im Rahmen des Vortrags möchte ich einen Überblick über die altersabhängigen Veränderungen des Gehirns geben und zeigen, welche Anpassungen an das Alter für viele Menschen hilfreich sind. Die Fähigkeit, neues Wissen in vorhandene Raster zu integrieren und an das Alter angepasste Merkstrategien anzuwenden sind Chancen, die mit dem Alter schlechter werdende Merkfähigkeit zumindest teilweise zu kompensieren

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Website Forschung: http://www.app.unibe.ch/

Website Memory Clinic: http://www.memory-clinic-bern.ch/

 

Dienstag, 5. Dezember 2017, 16.15 h, ExWi
Der Erfinder des Matriarchats: Johann Jakob Bachofen
und die Folgen
Prof. Dr. Yahya Elsaghe, Institut für Germanistik,
Universität Bern

Freitag, 8. Dezember 2017, 14.15 h, HG Aula
Engel zwischen Himmel und Erde
Florian Lippke, Departement für Biblische Studien, Universität
Fribourg / Stefan Dick, Gymnasium Neufeld Bern, Gymnasiastinnen
und Gymnasiasten, Seniorinnen und Senioren der
Seniorenuniversität Bern

Dienstag, 12. Dezember 2017, 16.15 h, ExWi
Das Auge als Spiegel der Seele – Blickrichtungsregistrierung
zur Erfassung von Wahrnehmungsund
Denkprozessen
Prof. em. Dr. Rudolf Groner, Institut für Psychologie,
Universität Bern

Freitag, 15. Dezember 2017, 14.15 h, HG Aula
Archäologie aus dem Eis: das Schnidejoch in den
Berner Alpen
Prof. Dr. Albert Hafner, Institut für Archäologische
Wissenschaften, Universität Bern

 

Dienstag, 19. Dezember 2017, 16.15 h, ExWi

König David - Fakten und Fiktionen

Prof. em. Dr. Walter Dietrich, Institut für Bibelwissenschaft,
Universität Bern

Der Vortrag enthält drei Teile:

1. Die biblische Geschichtsschreibung ist eine Historiographie sui generis. Sie orientiert sich nicht am Ideal historischer Objektivität, überliefert aber doch manches historisch Zuverlässige. Über David findet sich in der Bibel viel Fiktives (Psalmen, Chronik). Der Wirklichkeit am nächsten kommen die Samuelbücher – doch auch sie sind über die Jahrhunderte angewachsen, d.h. fiktional erweitert worden. David war weder ein Grosskönig noch ein kleiner Provinzfürst, sondern etwas dazwischen.

2. Die Samuelbücher überliefern einige düstere Geschichten von David, die kaum erfunden sein werden (weil man das Bild des Gründerkönigs kaum grundlos eingetrübt hätte); doch die Tradenten haben sie nachträglich aufgehellt. Dies betrifft etwa sein Verhältnis zu seinem Vorgänger und Rivalen König Saul, seine Beziehungen zu den Philistern, dem Landesfeind, oder seine Liaison mit Batscheba, einer Offiziersgattin, die seine Frau und später Königinmutter wurde.

3. David wurde von der Tradition zu einer Lichtgestalt überhöht – jedoch nicht ohne jeden Anhalt an der historischen Realität. Er hatte wohl wirklich eine künstlerische Seite (auch wenn er nicht die Psalmen gedichtet hat); er nutzte wohl wirklich nicht jede Gelegenheit zur gewalttätigen Durch-setzung seiner Ziele (auch wenn er kein Engel war); er setzte religionspolitische Marksteine (auch wenn er kein Heiliger war); er war tatsächlich ein „Messias“, d.h. ein Gesalbter (auch wenn der spätere Messianismus weit über seinen Horizont hinausgeht).

Am Schluss steht eine kurze Zusammenfassung.

 

Freitag, 22. Dezember 2017, 14.15 h, HG Aula

Konzert zum Jahresabschluss