Seniorenuniversität

Förderpreis

Die Universität Bern vergibt seit 2011 auf Antrag des Stiftungsrates der Seniorenuniversität jährlich Förderpreise an Autorinnen und Autoren von hervorragenden Abschlussarbeiten aus dem Forschungsbereich von Alter und Altern.

Mit dem Preis zeichnet die Seniorenuniversität Bern herausragende Abschlussarbeiten zur Alternsforschung aus, die an der Universität Bern erstellt worden sind. Sie möchte damit auch einen Beitrag leisten, die Alternsforschung an der Universität Bern zu fördern.

Der Preis für Alternsforschung wird im Rahmen des Dies Academicus verliehen, welcher an die Gründung der Universität Bern im Jahre 1834 erinnert. Die Stiftungsfeier der Universität Bern findet jährlich am ersten Samstag im Dezember statt.

Ausschreibung des Förderpreises

Auf unserem Merkblatt erfahren Sie wie eine herausragende Abschlussarbeit den Förderpreis der Seniorenuniversität gewinnen kann. Die Bewerbungsfrist 2018 ist abgelaufen. Die nächste Ausschreibung erfolgt im Frühjahr 2019.

Foerderpreise-Merkblatt (PDF, 32KB)

Bisherige Preisträger und Preisträgerinnen

Der Preis für eine herausragende Dissertation geht ex aequo an Dr. Corinne Ruppen und an Dr. Christoph Bieri

Corinne Ruppen

In Anerkennung ihrer hervorragenden Dissertation “Synergy of Penicillin plus Gentamicin in Group B Streptococci Revisited: From Bed to Bench” im Rahmen der Graduate School for Cellular and Biomedical Sciences an der Universität Bern. Die interdisziplinäre Dissertation fokussiert das Thema der Gruppe B Streptokokken-Infektionen, welche bei Erwachsenen, speziell aber bei älteren Menschen, bedeutsam zunehmen.Die Arbeit besticht mit einer komplexen multimethodalen Vorgehensweise, welche sowohl wissenschaftlich wie praktisch relevante Resultate generierte. Aufgrund der Ergebnisse, welche keinen Nutzen der bisher gängigen Gentamicin-Kombinationstherapie aufzeigen und eine Penicillin Monotherapie nahelegen, leistet die Arbeit einen Beitrag, Polypharmazie bei älteren Menschen zu reduzieren.
 

Christoph Bieri

In Anerkennung seiner Dissertation mit dem Titel: „Ein neuartiges multidimensionales geriatrisches Kurzassessment für die Notfallstation: Evaluation der Machbarkeit und klinische Relevanz“. In dieser Studie untersuchte er, wie die Abklärung von älteren Menschen auf der Notfallstation eines Spitals verbessert werden kann. Er zeigte, dass kurze standardisierte Tests der Beweglichkeit und der Reaktionsfähigkeit wertvolle zusätzliche Informationen für die Behandlungsplanung ergeben. Damit haben die Erkenntnisse praktische Bedeutung für ältere Menschen, die wegen Sturz oder Krankheit in ein Spital eingewiesen werden müssen.
 
 

Der Preis für eine herausragende Masterarbeit geht an Mirijam Ineichen, Master of Science in Psychology

Mirijam Ineichen

In Anerkennung ihrer beachtenswerten psychologischen Masterarbeit Scheidung und Verwitwung – Veränderungen des Wohlbefindens nach dem Ende einer langjährigen Partnerschaft,entstanden im Rahmen eines interuniversitären komplexen Forschungsprojekts, in welchem sie eigenständig forschungsrelevante Fragen entwickelte, die sie auf hohem wissenschaftlichen Niveau beantworten konnte. Die Ergebnisse sind nicht nur wissenschaftlich relevant, sondern von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von psychologischen Beratungs- und  Interventionsmöglichkeiten für ältere Menschen mit Verlusterfahrungen, welche bekanntermassen ein hohes  Vulnerabilitätsrisiko haben.

Der Preis für eine herausragende Dissertation geht ex aequo an Ali Hashemi Gheinani, PhD in Cell Biology  und an Dr. theol.  Simon Hofstetter

Ali Hashemi Gheinani

In Anerkennung seiner PhD Arbeit mit dem Titel „The Role of MicroRNAs in Organ Remodeling in Lower Urinary Tract“, in der es ihm gelang, in der Grundlagenforschung zu akuten Blasenproblemen insbesondere von älteren Menschen substantiell neue Erkenntnisse zu erzielen. Unter Einsatz der neuesten zellbiologischen Technologien wie Sequenzierung, genetisches Engineering und von Bioinformatik entwickelte er eine neue Methode für die Früherkennung von Veränderungen der Blasenwand bei Patienten mit Krankheitssymptomen im unteren Urinaltrakt. Die Resultate dieser Arbeit können nicht zuletzt auch einer personalisierten Medizin dienlich sein. Sie fanden bereits Eingang in führende wissenschaftliche Organe.

Simon Hofstetter

In Anerkennung seiner innovativen Dissertation mit dem Titel “Das Unsichtbare sichtbar machen – Pflegende Angehörige als Herausforderung für den diakonischen Auftrag der Kirchen”, in der er bekannte Fakten und Ergebnisse zum Themenfeld pflegende Angehörige mit einem eigenen Ansatz und einer neuen wissenschaftlichen Perspektive der kirchlichen Diakonie fruchtbar erweitert. Die Arbeit wird der notwendigen interdisziplinären Ausrichtung fundiert gerecht und beleuchtet das Thema geschickt vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher fachlicher Dimensionen immer mit dem Ziel, die leitende theologische Perspektive zu befruchten. Theorie und praktische Anwendbarkeit werden dabei beispielhaft verknüpft.

 

Der Preis für eine herausragende Masterarbeit geht an Maria Mittner-Zindel, Master of Science in Psychology

Maria Mittner-Zindel

In Anerkennung ihrer kreativen Masterarbeit mit dem Titel „Partnerschaftszufriedenheit bei langjährig Verheirateten“. Während bisherige Partnerschaftsstudien den Fokus meist auf kritische Ereignisse legten, geht es in dieser Arbeit um die Frage inwiefern intra- und interpersonale Ressourcen und partnerschaftsbezogene Faktoren zur Partnerschaftszufriedenheit beitragen. Auf der Basis einer theoretisch gut abgeleiteten Auswahl von Variablen aus dem Datenpool des NCCR Lives, deren Methoden sicherer Verarbeitung und innovativen Interpretation der Resultate gelangt die Autorin zu neuen, interessanten und weitere Forschung stimulierenden Erkenntnissen.

Der Preis für eine herausragende Dissertation geht ex aequo an Dr. phil. hum. Stefanie Spahni und Dr. rer. pol. Jonas Zeller

Stefanie Spahni

Stefanie Spahni, in Anerkennung ihrer kumulativen Dissertation zum Thema «Psychische Adaptation nach Verwitwung im Alter. Die Rolle personaler Ressourcen und kontextueller Faktoren», hervorgegangen aus zwei komplexen Forschungsprojekten, in denen sie eigenständige, forschungsrelevante Fragen entwickelte, diese auf hohem wissenschaftlichen Niveau mit unterschiedlichen theoretischen wie methodischen Zugängen umsetzte, und zu erkenntnisreichen, weiter führenden Ergebnissen gelangte. Diese publizierte sie in Zusammenarbeit mit international renommierten Experten als Erst- bzw. Koautorin erfolgreich in relevanten Fachzeitschriften.

Jonas Zeller

Jonas Zeller, in Anerkennung seiner kumulativen Dissertation mit dem Titel «Three Essays on Age and Firm Performance». Unter kreativem Einsatz vielfältiger Forschungsmethoden vermag er dabei ökonomisch höchst relevante Forschungsfragen zu substantiellen Resultaten zu führen und für weiterführende Forschungen wichtige Grundlagen zu legen. Dies betrifft den Einfluss älterer COBs auf das Firmenhandeln und -gedeihen ebenso wie das Phänomen des korporativen Alterns von Firmen und schliesslich auch die Frage, wieweit sich in einem internationalen Kontext gesetzlicher Arbeitnehmerschutz für Innovationen förderlich erweist.

 

Der Preis für eine herausragende Masterarbeit geht an Herrn Florian Müller, Master of Arts in History.

Florian Müller

Florian Müller, in Anerkennung seiner innovativen Masterarbeit mit dem Titel «Zwischen Erwerbsarbeit, Ruhestand und Altersarmut. Der Lebensstandard alter Menschen über 65 Jahren im Kanton Basel-Stadt zwischen 1925 und 1944», in der er es ihm aufgrund ausgedehnter qualitativer und quantitativer Quellenstudien gelingt, weit über die bisher vorliegenden Armutsstudien hinauszugehen und exemplarisch aufzuzeigen, auf welchen Faktoren der Lebensstandard alter Menschen vor Einführung der AHV in der Schweiz beruhte. Klug ordnet er diesen in den breiteren Kontext der demographischen, sozioökonomischen und sozialpolitischen Entwicklung ein.

Der Preis für eine herausragende Dissertation geht an Matthias Ruoss

Matthias Ruoss

In Anerkennung seiner herausragenden historischen Dissertation «Fürsprecherin des Alters. Die Geschichte der Stiftung ‹Für das Alter›, 1917 – 1967», in der er aus interdisziplinärer Perspektive unter Berücksichtigung einer stupenden Fülle verschiedenartiger Materialien nicht nur die Geschichte der Stiftung für das Alter, später Pro Senectute, erstmals detailliert aufarbeitet, sondern diese in einen breiten Kontext des konfliktreichen sozialpolitischen Diskurses zu Fragen des Alterns und des Alters in der Schweiz stellt.

Vertiefte Aufmerksamkeit wird auch der weitgehend unbekannten Entwick­lung einer sozialwissenschaftlich fundierten Gerontologie in der Nachkriegszeit gewidmet. Dem Bild der Schweiz im 20. Jahrhundert schenkt der Autor mit seiner Arbeit viele neue Facetten, die in Zukunft nicht unberücksichtigt bleiben können.

Der Preis für eine herausragende Masterarbeit geht an Jeanine Zwahlen

Jeanine Zwahlen

In Anerkennung ihrer psychologischen Masterarbeit «Marital satisfaction in long-term partnerships: A typological approach», in der sie ein bisher wenig erforschtes Thema aufgreift, dem angesichts der demographischen Entwicklung wie auch der zunehmenden Scheidungsrate von langjährigen Ehen eine wachsende wissenschaftliche wie praktische Relevanz zukommt. In überzeugender Weise entwickelt sie innovative Forschungsfragen zur Bedeutung insbesondere psychologischer, physischer, sozialer und demographischer Determinanten von Langzeitehen sowie der Partnerzufriedenheit und der Partnerschaftsqualität. Sie vertieft diese anhand der methodisch überzeugenden Analyse einer aussergewöhnlichen Stichprobe. Mit ihrer Arbeit schliesst sie auffällige Forschungslücken und legt eine fundierte Basis für weitere Forschung.

Der Preis für eine herausragende Masterarbeit geht ex aequo an Simone Germann und Melanie Werren

Simone Germann

wurde der Preis zugesprochen In Anerkennung ihrer Masterarbeit, in der sie das nicht zuletzt politisch brisante Thema der organisierten Suizidhilfe, das gerade auch für ältere Menschen von höchster Bedeutung ist, im Hinblick auf die konkrete Fragestellung, ob diesbezüglich ein legislativer Handlungsbedarf bestehe, akribisch und kritisch ausleuchtet. Die Arbeit zeichnet sich durch eine ausserordentlich gelungene Gedankenführung und eine eindrückliche Beherrschung der Materie aus und legt eine wichtige Basis für weitere Forschung auf dem Gebiet sowie auch für eine Entemotionalisierung der Thematik. Frau Germann hat in Luzern die Mittelschule besucht und nach Studien in Bern und Stockholm in Bern das Masterdiplom für Rechtswissenschaften erworben. Zur Zeit absolviert sie ein Anwaltspraktikum in Luzern.
Titel der Preisarbeit: Organisierte Suizidhilfe - gesetzlicher Handlungsbedarf im Bereich des Strafrechts.

Melanie Werren

wurde der Preis zugesprochen In Anerkennung ihrer Masterarbeit, in welcher sie, ausgehend von einem Kohelettext, mit grosser Sorgfalt die wesentlichen Vorstellungen zum Altern im Alten Testament aufarbeitet und auf der Basis des heutigen Forschungsstandes in ihrer komplexen Ambivalenz auf einem hohen gedanklichen und sprachlichen Niveau analysiert. Sie stellt damit eine wichtige Basis zur Verfügung für weitergehende Reflexionen über die Sichten des Alterns im Alten Testament, ihre Gemeinsamkeiten mit und Unterschiede zu heutigen Sichtweisen sowie mögliche Einsichten, die sich daraus für unsere Gegenwartsorientierung ergeben könnten. Frau Germann hat die Mittelschule in Bern besucht und sich anschliessend zur Pflegefachfrau ausgebildet. Anschliessend hat sie das Integralstudium Theologie in Bern mit dem Masterdiplom abgeschlossen. Zur Zeit arbeitet sie als Vikarin in Langenthal.
Titel der Preisarbeit: Ehe die Tage des Übels kommen...Kohelet 11,7-12,8 vor dem Hintergrund alttestamentlicher Altersvorstellungen.

Der Preis für eine herausragende Dissertation geht ex aequo an Frau Dr. phil. hum. des. Katrin Lehnert und Herrn Dr. med. Sacha Beck

Katrin Lehnert

in Anerkennung ihrer herausragenden Dissertation Differenzielle Wohlbefindenseffekte durch Sport – Der Erklärungsbeitrag von sportbezogenen Motiven und Zielen, die einen theoretisch und praktisch wichtigen Beitrag zur Thematik von Sport und Wohlbefinden in der zweiten Lebenshälfte darstellt. Frau K. Lehnert hat an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zwei Studien abgeschlossen: Sportwissenschaft (Schwerpunkt: Breiten- und Gesundheitssport), sowie Psychologie (Schwerpunkt Methodik und Klinische Psychologie). 2011 hat sie an der Universität Bern promoviert (phil. hum. Fakultät), nachdem sie in Bern seit 2006 als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Sportwissenschaft der Uni Bern tätig gewesen war.

Sacha Beck

zugesprochen für seine ausgezeichnete und wegweisende Arbeit Geriatrischer Konsiliardienst der Altersheime der Stadt Zürich: Gesundheitsökonomische Evaluation eines Pilotprojekts, die er im Rahmen des Nachdiplomstudiums Management im Gesundheitswesens an der Universität Bern erstellt hat. Der Autor evaluiert mit grosser Sorgfalt einen neu eingerichteten Ärztlich Geriatrischen Konsiliardienst für die ca. 1900 Bewohnerinnen und Bewohner der Altersheime Zürichs. Er stellt fest, dass in der grossen Mehrheit der Fälle das Problem mit Hilfe eines solchen Konsiliardienstes adäquat angegangen und gelöst werden kann. Die innovative Arbeit verweist auch auf einige Optimierungspotentiale und kann die geriatrische Praxis über Zürich hinaus inspirieren. Herr Dr. med. S. Beck hat in Zürich Medizin studiert, mit Auslandsemestern in Paris und Durham, North Carolina/USA. Er trägt Facharzttitel FMH für Allgemeinmedizin sowie für Innere Medizin spez. Geriatrie. Er ist Oberarzt am Stadtspital Waid / Zürich und und geriatrischer Konsiliararzt der Altersheime der Stadt Zürich.